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Das System hat versagt: Mutter und Tochter aus Taftaliče jahrelang Opfer häuslicher Gewalt

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Die Tragödie im Skopjer Stadtteil Taftaliče erhielt eine neue, schmerzliche Dimension. Nach dem Tod von Mutter und Tochter, die aus einem Gebäude in Karposh fielen, erschütterte ihr Bruder und Onkel die mazedonische Öffentlichkeit mit seinem Zeugnis über systemische Mängel und langjährige häusliche Gewalt.

„Nach jahrelanger gemeldeter häuslicher Gewalt, körperlicher und psychischer Misshandlung, Drohungen, Anzeigen und einem Mordversuch in einer staatlichen Institution – ich habe meine Nichte und Schwester verloren. Der Staat hat ermöglicht, dass junge Leben ausgelöscht wurden", heißt es in seiner Aussage.

Die Familie bezeugt, dass sie jahrelang die Institutionen – die Polizei und die Sozialdienste – auf die Gewalt gegen die Frau und das Kind aufmerksam gemacht hat, ohne eine wirksame Reaktion. Es war sogar ein Mordversuch innerhalb einer staatlichen Institution gemeldet worden. Dennoch haben weder das Innenministerium noch die Sozialdienste die Opfer schützen können.

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken waren enorm. Viele Bürger und Aktivisten kommentierten, dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handelt, sondern um ein systemisches Versagen – ein System, das Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt sind, nicht schützen kann.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie Beweise sammelt und mehrere Personen zum Gespräch vorgeladen hat. Eine Obduktion der Leichen der beiden Verstorbenen wurde angeordnet. Die Familie gelobte, nicht zuzulassen, dass der Fall vergessen oder nur als Statistik behandelt wird.