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Brief von Vucic und Rama an die EU ist ein Trojanisches Pferd, sagt Experte Edward Joseph

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Der gemeinsame Brief des serbischen Praesidenten Aleksandar Vucic und des albanischen Premierministers Edi Rama fuer einen schrittweisen EU-Beitritt ist ein Trojanisches Pferd, meint Edward Joseph, Professor an der Johns Hopkins Universitaet und langjaehriger Experte fuer Suedosteuropa.

Hinter dieser scheinbar konstruktiven Initiative steht der Wunsch, den Erweiterungsprozess zu verlangsamen und innenpolitische Ziele voranzutreiben, behauptet Joseph in einem Interview mit der Berliner Zeitung.

Er warnt, dass solche Initiativen den Fortschritt Montenegros in Richtung Mitgliedschaft behindern koennten und Argumente fuer skeptische Laender liefern. Fuer Belgrad ist das Ziel die Verzoegerung der Integration Montenegros. Aehnlich wie Putin die EU-Mitgliedschaft der Ukraine als Bedrohung sieht, wuerde Vucic dies als strategische Niederlage betrachten.

Joseph ist scharf in seiner Bewertung des europaeischen Kurses Serbiens: Serbien bewegt sich tatsaechlich nicht auf eine EU-Mitgliedschaft zu. In 12 Jahren als Kandidat hat es 22 von 35 Kapiteln eroeffnet, waehrend Albanien alle 35 in einem Jahr eroeffnete. Belgrads erklaerte EU-Aspiration ist eine Farce.

Er fordert Deutschland auf, Vucic und Rama klar zu sagen: Nein, danke. Die regionale Botschaft sollte klar sein - fuehren Sie Reformen durch und werden Sie vollwertige EU-Mitglieder.