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8. März — 15 Gewaltfälle in einem Monat: die Realität in Mazedonien vor dem Frauentag

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Der Internationale Frauentag, der jedes Jahr am 8. März begangen wird, geht auf einen Protest von Textilarbeiterinnen in New York zurück, die 1857 größere Rechte forderten. Das Datum wurde erst 1917 standardisiert, als der russische feministische Protest unter dem Motto "Brot und Frieden" — mit Forderungen nach Nahrung und einem Ende des Ersten Weltkriegs — zum Symbol des weiblichen Widerstands wurde. Die Vereinten Nationen begannen 1975, den Tag zu begehen, und erklärten ihn zwei Jahre später zum internationalen Tag der Frauenrechte und des Weltfriedens.

Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich das Datum vom Politischen zum Kommerziellen — ein Tag der Blumen und Geschenke statt der Forderungen nach Gleichberechtigung. Ein Teil der Aktivistinnen ist der Meinung, dass diese Transformation die wesentliche Botschaft der Bewegung verwässert und den Tag vom historischen Kontext des Kampfes für Arbeitnehmer- und Frauenrechte getrennt hat.

Der mazedonische Kontext macht dieses Thema besonders schmerzhaft: In nur einem Monat vor dem 8. März wurden mindestens 15 Fälle von Gewalt gegen Frauen dokumentiert, darunter körperliche Angriffe, Vergewaltigung, Freiheitsentzug ohne Möglichkeit des Außenkontakts und Tötungsdelikte. Darunter ist die Tragödie im Skopjer Viertel Taftalidze, wo eine 31-jährige Frau und ihre sechsjährige Tochter nach einem Sturz vom Balkon ums Leben kamen — eine Familie, die zuvor häusliche Gewalt gemeldet hatte.

Untersuchungen der Vereinten Nationen zeigen, dass rund 45 Prozent der Frauen in Nordmazedonien irgendwann Partnergewalt erlebt haben, obwohl nur ein kleiner Teil die Fälle meldet. Aktivistinnen weisen darauf hin, dass die gemeldeten Zahlen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Heute werden in Skopje und Dutzenden europäischen Städten Bürger zu Frauentagsmärschen unter dem Motto "Rechte, Gerechtigkeit, Aktion für alle Frauen und Mädchen" auf die Straße gehen — ein Protest, der versucht, den 8. März wieder in den Bereich der politischen Forderung nach Wandel und Rechenschaft zu bringen.