Skip to content

Tragödie in Taftalidže wirft Fragen über Versagen des Opferschutzsystems bei häuslicher Gewalt auf

1 Min. Lesezeit
Teilen

Der Tod einer Mutter und ihrer sechsjährigen Tochter in Taftalidže hat ein breites gesellschaftliches Echo ausgelöst und eine bittere Frage unbeantwortet gelassen: Warum hat das Schutzsystem nicht rechtzeitig funktioniert?

Die Plattform für Geschlechtergleichstellung betonte, dass Mazedoniens Schutzsystem seit 2004 existiert, aber bis heute nicht in einer Weise funktioniert, die Opfer schützt. Die Organisation wies darauf hin, dass Beispiele für zeitgerechtes und professionelles Handeln existieren, aber sie sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Plattform fordert dringendes Regierungshandeln: Zuweisung von Haushaltsmitteln für den Zivilsektor, verstärkte Präventionskampagnen, Pflichtschulungen für Fachkräfte, die mit Opfern arbeiten, und finanzielle Unterstützung für Überlebende.

Psychologin und Gestalt-Psychotherapeutin Tijana Ivanovska, die zwei Jahre in einem anonymen Schutzhaus für Opfer gearbeitet hat, kritisierte institutionelles Versagen: "Ich war Zeugin zahlreicher Fälle von institutioneller Taubheit, Inkompetenz und Nepotismus im System des Sozialschutzes."

Sie hob besonders die Langsamkeit der institutionellen Reaktion und die Praxis hervor, Opfer in markierten Dienstfahrzeugen zu transportieren, was ihre Identität vor den Tätern enthüllt – etwas, das sie direkt in größere Gefahr bringt.

Das Nationale Netzwerk gegen Gewalt an Frauen fordert ebenfalls eine dringende Untersuchung und Rechenschaftspflicht für alle institutionellen Versäumnisse, die zur Tragödie beigetragen haben. "Das System muss proaktiv, nicht reaktiv funktionieren", betonen die Organisationen mit einer Stimme.