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Die Katze schnurrt nicht immer vor Glück: Tierärzte erklären, warum Schnurren Stress, Angst oder Schmerz bedeuten kann

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Die Katze schnurrt nicht immer vor Glück: Tierärzte erklären, warum Schnurren Stress, Angst oder Schmerz bedeuten kann

Die Katze liegt auf Ihrem Schoß, schnurrt, und Sie sind entspannt: Sie ist also glücklich. Manchmal stimmt das. Doch Tierärzte warnen, dass Katzen das bekannte „Rrr, rrr“ auch erzeugen, wenn sie verängstigt sind, unter Stress stehen oder Schmerzen haben - etwa auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt, wo keine Katze glücklich ist.

Was ist Schnurren eigentlich? Tierarzt Ignacio Molina von der Tierklinik AniCura Estoril erklärt, es handle sich um rhythmische Kontraktionen der Kehlkopfmuskeln, die die Stimmritze öffnen und schließen. Das Ergebnis ist eine weiche, rhythmische und meist ununterbrochene Vibration, die die Katze beim Ein- wie beim Ausatmen erzeugen kann.

Tierärztin Bárbara Febrel von der Klinik Clinicanimal ergänzt, Schnurren sei vor allem Kommunikation. Katzenmütter halten darüber den Kontakt zu ihren Jungen, und Kätzchen fangen schon sehr früh an zu schnurren. Erwachsene Katzen schnurren, wenn sie entspannt sind - wenn man sie streichelt, wenn sie ruhen oder wenn sie bei Menschen sind, zu denen sie eine gute Beziehung haben -, aber auch in der Kommunikation mit anderen Katzen.

Wenn „Rrr“ etwas anderes bedeutet

Manche Katzen schnurren auch in Situationen von Angst, Stress, Unbehagen oder Schmerz: beim Tierarztbesuch, in einer fremden Umgebung oder wenn sie körperlich etwas plagt. Beide Fachleute vermuten, dass Schnurren dann als Mechanismus der Selbstberuhigung funktionieren könnte - die Katze tröstet sich buchstäblich selbst. Beide betonen aber, dass dies eine Hypothese ist, keine bewiesene Tatsache, und dass wir über das Schnurren noch vieles nicht wissen.

Deshalb sagt das Geräusch allein wenig. Wichtig ist das Gesamtbild und vor allem die Veränderung gegenüber dem gewohnten Verhalten. Warnzeichen: Die Katze versteckt sich mehr als sonst, meidet Berührung, bewegt sich weniger, ändert ihre Fress- oder Schlafgewohnheiten, sitzt verkrampft oder reagiert empfindlich auf Berührung. Auch die Körpersprache lohnt einen Blick - Haltung, Ohren, Augen.

Wenn eine Katze schnurrt und sich dabei zurückzieht, weniger aktiv ist oder Unbehagen zeigt, raten Tierärzte zu einer Untersuchung, um ein gesundheitliches Problem auszuschließen. Katzen sind Meister darin, Schmerz zu verbergen, und das Schnurren kann, wie sich zeigt, Teil der Maske sein. Wie oft haben wir es als „alles in Ordnung“ gedeutet, gerade wenn es das nicht war?