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Der Dojransee liegt 1,20 Meter unter dem mit Griechenland vereinbarten Minimum, und wie viel Wasser der Rettungskanal bringt, weiß nicht einmal der Wetterdienst

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Der Dojransee liegt 1,20 Meter unter dem mit Griechenland vereinbarten Minimum, und wie viel Wasser der Rettungskanal bringt, weiß nicht einmal der Wetterdienst

Der Dojransee zieht sich wieder zurück. Nach den jüngsten Messungen des Hydrometeorologischen Dienstes liegt der Pegel bei 144,93 Metern über dem Meer. Im Februar waren es 145,42. Die rund fünfzig Zentimeter, die der See von Oktober bis Februar dank eines regnerischen Herbstes und Winters zurückgewann, hat der trockene Sommer in wenigen Monaten aufgetrunken.

Die Zahl, die mehr schmerzt, ist eine andere. Der mit Griechenland vereinbarte Mindestpegel liegt bei 146,13 Metern. Der See liegt jetzt 1,20 Meter darunter - unter dem Minimum, auf das sich beide Staaten geeinigt haben.

Ein Rettungssystem ohne Messung

Es gibt auch ein Wassersystem zur Rettung des Dojransees. Durch seinen Kanal fließt Wasser. Aber wie viel - weiß nicht einmal der Dienst, der den Wasserstand misst. „Obwohl im Kanal des Rettungssystems für den Dojransee Wasser fließt, haben wir keine Information, wie viel Wasser fließt“, sagt Vasko Stojov, Leiter der Abteilung Hydrologie beim Hydrometeorologischen Dienst. Seine Erklärung: Das Wasser fülle vielleicht vorerst das Grundwasser auf, deshalb sei der Unterschied an der Oberfläche nicht zu sehen.

Vielleicht. Aber ein System, in dem der Staat Wasser in einen See pumpt und sein eigener hydrologischer Dienst nicht weiß, wie viel hineinfließt, klingt eher nach der Rettung von Vertrauen als nach Messung. Stojov nennt als Ursache die Verdunstung, die bei hohen Temperaturen und starkem Wind am größten ist, und warnt, dass der Pegel noch eine Weile weiter sinken wird. Sein Vorschlag: Dämme an mehreren Wasserläufen, die das Regenwasser zurückhalten.

Die Lösung steht vorerst auf dem Papier

Auf dem Papier ist eine Lösung in Vorbereitung. Im August wurde in Griechenland der Aufruf „Optimales Management des Dojransees“ vorgestellt, Teil des grenzüberschreitenden Programms Interreg VI-A IPA 2021-2027 mit einem Gesamtbudget von 3.071.591 Euro. Das Zentrum der Planungsregion Südost und das Umweltministerium haben sich vor Fristende am 21. September beworben. Vorgesehen sind unter anderem Strategien, gemeinsame Managementstrukturen und eine Photovoltaikanlage, die die Stromkosten des Mechanismus senken soll, der den See speist.

Doch vor neuen Strategien braucht Dojran eine einfache Antwort: wie viel Wasser hineinfließt, wie viel abfließt und wer verantwortlich ist, wenn die Zahl noch tiefer fällt. Die Meteorologen kündigen zum Wochenende Regen an. Wird der See wieder darauf warten, dass ihn der Himmel rettet?