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Sacharowa: In Montenegro werden Russen „buchstäblich gejagt“ - Podgorica weist fünf russische Staatsbürger aus Sicherheitsgründen aus

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Sacharowa: In Montenegro werden Russen „buchstäblich gejagt“ - Podgorica weist fünf russische Staatsbürger aus Sicherheitsgründen aus

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat Montenegro vorgeworfen, sich an der Verfolgung russischer Staatsbürger zu beteiligen. Montenegro stehe auf der russischen Liste unfreundlicher Staaten, und auf seinem Territorium würden russische Bürger „buchstäblich gejagt“. Harte Worte. Anlass war allerdings die Festnahme eines Bloggers und seiner Begleiter.

Der Reihe nach. Am 9. Oktober nahmen die montenegrinische Polizei und die Nationale Sicherheitsagentur in Risan Michail Swintschuk fest, Gründer des bekannten militäranalytischen Projekts „Rybar“, zusammen mit seiner Frau und drei weiteren russischen Staatsbürgern. Die Behörden in Podgorica beschlossen daraufhin, alle fünf auszuweisen, unter Berufung auf Gründe der nationalen und inneren Sicherheit. Die montenegrinische Seite sagt, die Aktion habe mutmaßliche hybride Aktivitäten verhindern sollen. Moskau weist diese Erklärung zurück.

Sacharowa blieb nicht bei Montenegro stehen. Sie behauptet, Washington habe eine weltweite Jagd auf russische Staatsbürger begonnen, und die Gefahr einer Festnahme gelte nicht mehr nur für Länder, die Moskau offiziell als unfreundlich einstuft. „Wir haben unsere Bürger mehrfach vor der Gefahr gewarnt und ihnen empfohlen, wegen des hohen Risikos einer Festnahme oder Verhaftung auf dem Gebiet dieser Staaten auf Ersuchen US-amerikanischer Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste nicht in bestimmte Länder zu reisen“, sagte sie.

Im Visier stünden nicht nur Journalisten und Menschen mit Verbindung zur Politik, sondern auch Bürger, deren Arbeit auf den ersten Blick nichts mit internationalen Beziehungen zu tun hat. Die Ironie ist schwer zu übersehen: Der Fall, der die ganze Geschichte entzündet hat, betrifft keinen zufälligen Touristen im Urlaub in der Bucht von Kotor, sondern den Gründer eines militäranalytischen Projekts. Das fällt kaum in die Kategorie „Menschen ohne Bezug zur Politik“.

Montenegro ist NATO-Mitglied und EU-Kandidat, Podgorica hat also offensichtlich entschieden, dass die Sicherheitsmaßnahme mehr wert ist als der Frieden mit Moskau. Moskau hat entschieden, dass es Verfolgung ist. Zwischen diesen beiden Einschätzungen steht der kleine Balkanstaat, der wieder als Bühne für eine Botschaft dient, die sich die Großen gegenseitig schicken. Ist das eine souveräne Entscheidung Podgoricas - oder schreibt sie jemand anderes, und Podgorica unterschreibt nur?

Mit dem Fall Swintschuk haben sich die Beziehungen zwischen Moskau und Podgorica weiter verschärft. Podgorica spricht von hybriden Bedrohungen, Moskau von Menschenjagd. Wer zeigt zuerst mehr als eine Pressemitteilung - Podgorica Beweise für die hybriden Aktivitäten oder Moskau Beweise für die „Jagd“?