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Drogennetzwerk aus Prilep war 15 Jahre lang „unantastbar“ - durchsucht wurde auch bei Polizisten

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Drogennetzwerk aus Prilep war 15 Jahre lang „unantastbar“ - durchsucht wurde auch bei Polizisten

Innenminister Panče Toškovski nahm kein Blatt vor den Mund: eine „sehr ernsthafte kriminelle Gruppe“, von der ein guter Teil „mehr als fünfzehn Jahre lang getan hat, was er getan hat, und für die Strafverfolgung unantastbar war“. Fünfzehn Jahre. Dieser Satz sagt mehr über die Jahre vor der Razzia als über die Razzia selbst.

Die Aktion fand am 30. September statt, geleitet von der Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität und Korruption. Durchsuchungen an 36 Orten bei 31 Personen, davon 33 in Prilep, zwei in Skopje und eine in Struga. 20 Personen wurden festgenommen, Strafanzeige gegen 21 erstattet, 20 davon aus Prilep und eine aus Skopje.

Wie das Netzwerk funktionierte

Laut Innenministerium wurde die Gruppe von zwei Organisatoren, N.V. und M.S., aufgebaut. Sie bezogen von Februar bis Oktober 2026 Kokain und Marihuana von Personen mit Verbindungen nach Albanien, Struga, Debar und Gostivar. Gelagert wurden die Drogen in Skopje und Prilep, ein Netz von Dealern brachte sie zu Käufern in Prilep, Bitola, Kavadarci, Negotino, Veles und Skopje.

Die Preisliste ist auf den Denar genau veröffentlicht: Marihuana 500 bis 800 Denar pro Gramm, Kokain 4.000 bis 6.000 Denar pro Gramm. Die Dealer brachten das Geld zu den Organisatoren und bekamen einen Anteil als Lohn. Fünf werden zudem der Geldwäsche beschuldigt: Mindestens 4.990.270 Denar und 64.670 Euro, die mutmaßlich aus dem Drogenhandel stammen, wurden 2025 und 2026 in den legalen Zahlungsverkehr eingeschleust.

Bei den Durchsuchungen wurden Drogen, eine Gaspistole, Munition, Handys, Waagen, ein Metallschredder und ein Metalldetektor sichergestellt. Laut Minister fand man außerdem 120.000 bis 130.000 Euro in bar, rund zehn Fahrzeuge wurden beschlagnahmt, darunter zwei Maserati und zwei Land Rover.

Von Chalkidiki bis Spanien

Toškovski zufolge war ein Teil der Gruppe auch in Griechenland aktiv, auf Chalkidiki und in Kallithea, wo die Mitglieder schwerer Diebstähle verdächtigt werden, sowie in Spanien. Eine Person, die in Spanien unter Hausarrest stand, floh und wurde jetzt von der mazedonischen Polizei gefasst. Ein enger Familienangehöriger eines Verdächtigen wurde laut Minister vor einigen Monaten in Frankreich festgenommen, nachdem in einem Versteck in seinem Fahrzeug 10 Kilogramm Kokain mit Ziel Mazedonien gefunden worden waren.

Der wichtigste Satz der gesamten Aktion handelt aber nicht vom Kokain. Toškovski sagte, es habe auch Durchsuchungen bei Polizeibeamten gegeben, die verdächtigt werden, Informationen mit Mitgliedern der Gruppe geteilt zu haben. Das ist die Antwort auf die Frage, wie ein Netzwerk fünfzehn Jahre lang „unantastbar“ bleibt. Bleibt die nächste Frage: Wie viele Uniformen standen auf ihrer Seite - und landen sie genauso schnell vor Gericht wie die Kleindealer?