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Tech-Magnat Tej Kohli zeigt seine 75-Meter-Jacht: Hubschrauberlandeplatz, Spa, 21 Crewmitglieder und das Ziel, 500.000 Menschen das Augenlicht zurückzugeben

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Tech-Magnat Tej Kohli zeigt seine 75-Meter-Jacht: Hubschrauberlandeplatz, Spa, 21 Crewmitglieder und das Ziel, 500.000 Menschen das Augenlicht zurückzugeben

Tej Kohli misst jedes Problem mit einer einzigen Frage: Können Technologie, Kapital und Ehrgeiz gemeinsam eine Lösung im großen Maßstab schaffen? Online-Zahlungen, künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Blindheit, bionische Prothesen - alles läuft durch denselben Filter. Seine Stärke ist, Verbindungen vor anderen zu sehen und Ideen mit Zeit und Geld zu stützen. So hat er ein riesiges Vermögen aufgebaut. Und das Vermögen hat eine Adresse, an der sich die Familie trifft: eine 75 Meter lange Jacht namens „Quantum of Solace“.

Ein schwimmender Palast

Kohli kaufte die Jacht, um den Traum seiner Frau Isabelle zu erfüllen. Gedacht ist sie als Palast aus Licht und Ruhe auf dem Wasser, mit Spa, Hubschrauberlandeplatz, Beach Club und einem Hauptsalon in einem Atrium mit doppelter Raumhöhe - etwas, das laut den Eigentümern nur noch drei andere Jachten auf der Welt haben. Der Name ist dem James-Bond-Film entliehen: „Wir sind große Bond-Fans, also gefiel uns der Name sofort, und uns zog auch die Palette warmer, neutraler Farben im Innenraum an.“ Drinnen ist Platz für zwölf Gäste.

Das Oberdeck der Jacht mit Blick auf die Küste von Monaco

Das Interieur hält, was es verspricht: cremefarbene Ledersessel, helles Holz, breite Fenster, die das Meer hereinholen, frische Blumen auf jeder Fläche. Das Oberdeck sei, so die Eigentümer, „wie ein schwimmendes Four Seasons“ - ein Ort für Freunde und Gäste. Die Jacht verbringt den ganzen Sommer im Mittelmeer. „Ein Schiff dieser Größe ist wie eine kleine Stadt, und die Crew - 21 Menschen - entscheidet, ob diese Stadt glücklich ist.“

Das Hauptschlafzimmer der Jacht mit Blick aufs Meer

Die beiden Eigentümer

Isabelle wuchs in Hampshire in England auf, in einer Familie, in der der Vater Direktor für Unterwasserwaffensysteme im britischen Verteidigungsministerium war. Sie studierte in Alcalá de Henares bei Madrid und unterrichtete dort spanische Kinder in Englisch - seitdem, sagt sie, sei Spanien immer Teil ihres Lebens. Sie arbeitete im Marketing in London, pausierte, um ihre zwei Kinder großzuziehen, und gründete dann ihre eigene Marke für Urlaubs- und Yogakleidung, Just Isabelle. Nach der Pandemie ließ sie sich scheiden und schloss die Marke. Später lernte sie Tej kennen.

Er wurde 1958 in Delhi in eine Akademikerfamilie geboren: Seine Mutter war Diplomatin, sein Vater Chefredakteur der „Times of India“. 1980 schloss er sein Studium der Elektrotechnik am Indian Institute of Technology in Kanpur ab, zog Mitte der Achtziger in die USA und hatte Erfolg mit Immobilien, dann gründete er in Costa Rica eine Gruppe von Technologieunternehmen, die er ab 2006 verkaufte. Mit diesem Geld kam er nach Großbritannien. „Ich bin in Delhi aufgewachsen und habe Menschen gesehen, deren Leben von kleinen, leicht behandelbaren Krankheiten gezeichnet war“, sagt er. „Ich bin entschlossen, meinen Erfolg zu nutzen, um anderen zu helfen, ihr Leben neu aufzubauen.“

Sie lernten sich nach der Pandemie bei einem Blind Date über gemeinsame Freunde kennen. Sie redeten fünf Stunden lang und stellten fest, dass ihre erstgeborenen Kinder am selben Tag Geburtstag haben, am 30. Oktober. Beim dritten Date, am Valentinstag, flog er sie zum Mittagessen nach Edinburgh. Den Antrag machte er bei den Filmfestspielen von Cannes, geheiratet wurde im Hôtel du Cap-Eden-Roc am Cap d'Antibes, mit Auftritten von Alessandro Ristori und Mariah Carey. Die Flitterwochen - an Deck der „Quantum“, durch Sardinien, Korsika und Capri.

Jacht und grauer Star

Ihr Leben teilen sie zwischen Monaco, Cannes, London und Costa Rica. Beide sind Co-Vorsitzende der Tej Kohli Foundation, die von der Familie selbst finanziert wird und sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 500.000 Menschen das Augenlicht zurückzugeben. Der Anfang, erzählt Kohli, war 2010, als er Hornhauttransplantationen im Niramaya-Krankenhaus in Indien finanzierte. 2015 gründeten sie ein Hornhaut-Institut am Augeninstitut „L. V. Prasad“, das von 2015 bis 2019 mehr als 43.000 Operationen durchführte und 223.000 Patienten versorgte. Seit 2021 organisieren sie mit Dr. Sanduk Ruit mobile Operationscamps an abgelegenen Orten in Nepal, Bhutan und Ghana. Das Ziel bis 2030: eine Million Menschen untersuchen und 500.000 Katarakte heilen.

„Blindheit und Armut hängen eng zusammen“, erklärt die Stiftung. „Wer in armen Gemeinschaften das Augenlicht verliert, verliert die Arbeit, und oft muss jemand aus der Familie Schule oder Job aufgeben, um sich um einen zu kümmern.“ Isabelle sah das erste Camp in Charamba in Nepal, als die beiden verlobt waren: „Zu sehen, wie eine einfache Operation jemandem das Augenlicht zurückgibt, der ein Jahrzehnt im Dunkeln gelebt hat - das verändert dein Leben.“ Die Stiftung finanziert auch Forschung, darunter das Biomaterial GelCORE zur Behandlung von Hornhautverletzungen ohne Operation sowie 3D-gedruckte bionische Arme für Kinder und Jugendliche mit Gliedmaßenfehlbildungen.

Und dann ist da die Frage, die diese Geschichte von selbst mitbringt. „Weil wir es mit eigenen Mitteln finanzieren, entscheiden wir, wohin jeder Euro geht, und sind direkt verantwortlich“, sagt Isabelle. Über 43.000 Operationen sind kein Marketing - das sind Menschen, die wieder sehen. Aber wenn ein Spender sagt, er sei „direkt verantwortlich“, bleibt die Frage: wem gegenüber? In diesem Modell legt keine Institution die Prioritäten der Hilfe fest, sondern eine einzige Familie - deren Zuhause auf dem Wasser 21 Crewmitglieder hat. Effizient, zweifellos. Aber darf die Welt davon abhängen, was ein Milliardär für wichtig hält?