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Waymo lässt Jugendliche allein ins Robotaxi, sagt aber nicht, wie es das Alter prüft

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Waymo lässt Jugendliche allein ins Robotaxi, sagt aber nicht, wie es das Alter prüft

Waymo hat seinen autonomen Taxidienst in Nashville für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren geöffnet. Das ist die zweite Stadt nach Phoenix, wo Minderjährige im vergangenen Jahr eigene Konten erhielten. Ein Unternehmensvertreter sagt, dies sei der „erste von vielen“ solcher Schritte, mit Ausweitung auf weitere Märkte in den kommenden Monaten - abhängig davon, wie ausgereift der Betrieb vor Ort ist und was die örtliche Aufsicht zulässt.

Die Mechanik ist einfach. Das Konto des Jugendlichen muss mit dem Konto eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten verknüpft sein. Nach der Freigabe kann der Minderjährige eine Fahrt im gesamten Servicegebiet von Waymo in Nashville bestellen und bis zu drei Gäste im Alter von 13 bis 17 Jahren mitnehmen. Eines sagt das Unternehmen nicht: wie genau das Alter geprüft wird.

Das ist keine Kleinigkeit. Die ganze Konstruktion ruht auf der Annahme, dass auf der anderen Seite der App wirklich der sitzt, der es behauptet. Das Unternehmen, das Vertrauen in ein fahrerloses Fahrzeug aufbaut, schweigt genau dort, wo Vertrauen beginnt - wer einsteigt.

Die Zahlen dahinter zeigen, warum Waymo eilt. Die wöchentlich bezahlten Fahrten sprangen um das Zehnfache - von 50.000 im Mai 2024 auf über eine halbe Million früher in diesem Jahr. Der Dienst läuft in einem Dutzend Städten, allein im letzten Monat kamen Denver, Las Vegas, San Diego und Tampa hinzu. Nashville wurde im April dieses Jahres ein Markt mit einer Zone von 50 Quadratmeilen (etwa 130 Quadratkilometer), und in diesem Monat wurden Waymos Fahrzeuge in der Stadt auch über die Lyft-App verfügbar.

Die Logik des Schrittes ist reine Rechnung. Ein Jugendlicher ist ein Kunde, der bislang vollständig von Eltern oder vom öffentlichen Verkehr abhängt - also ein unerschlossener Markt. Und ein Elternteil, vor die Wahl gestellt, ob ein Siebzehnjähriger selbst fährt oder Software fährt, wird vielleicht die Software wählen. Die Frage ist, ob die Wahl überhaupt zwischen diesen beiden Dingen liegt - oder zwischen ihnen und einem Bus, der pünktlich kommt.

Bei uns ist das Gespräch über autonome Fahrzeuge noch theoretisch, aber der zweite Teil ist es nicht: Was gewinnt eine Stadt, wenn den Transport junger Menschen eine private App löst statt einer Linie mit Fahrplan. Die Antwort in Nashville wird erst geschrieben.