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Ungarns neuer Anfuehrer mit doppelter Botschaft fuer Skopje: Gute Beziehungen gehen weiter, aber fuer Gruevski gibt es kein Asyl mehr

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Ungarns neuer Anfuehrer hat sein Buero noch gar nicht bezogen, sendet aber bereits Botschaften nach Skopje — und zwar doppelte. Erstens: Ungarn plant, gute Beziehungen zu Mazedonien zu pflegen. Zweitens: Ungarn darf kein Zufluchtsort fuer internationale Kriminelle sein. Das gilt auch fuer Herrn Nikola Gruevski.

Der neue ungarische Anfuehrer erklaert auf der Pressekonferenz, dass der Regierungswechsel nicht automatisch bedeutet, Orbans Beziehungen zu Balkanlaendern zu erben. Die Tatsache, dass die Regierung von Viktor Orban enge Beziehungen zu einem Land auf dem Balkan hatte, bedeutet nicht, dass Ungarn die gleichen Beziehungen zu demselben Land haben wird, sagte er.

Gruevski: vom Geschuetzten zum Unerwuenschten

Aber der zweite Teil der Botschaft ist klipp und klar. Der neue Anfuehrer nennt Gruevski den ehemaligen nordmazedonischen Premier und einen Kriminellen — und signalisiert, dass Ungarn kein Zufluchtsort fuer Verurteilte mehr sein darf. Dies ist eine direkte Umkehr von Orbans Politik, die Gruevski 2018 Asyl in Budapest gewaehrt hatte.

SDSM reagierte sofort: Gruevski und Mickoski stehen ohne Orban da — Zeit fuer Rechenschaft. Die Opposition liest dies als Ende der Schutzaera. Ob tatsaechlich eine Auslieferung folgt oder Ungarns neuer Anfuehrer nur Verhandlungsbedingungen stellt — das ist die Frage, auf deren Antwort Skopje wartet.

Eines ist sicher: Fuer Gruevski wandelt sich Budapest vom Zufluchtsort zur Gefahrenzone. Und fuer die mazedonische politische Buehne ist das ein Erdbeben, dessen Nachbeben noch zu spueren sind.