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Dermatologe: Das Altern beginnt nicht im Gesicht, sondern an den Händen - die Haut ist dort dünner, das Kollagen schwindet früher, und vor der Sonne schützt sie kaum jemand

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Dermatologe: Das Altern beginnt nicht im Gesicht, sondern an den Händen - die Haut ist dort dünner, das Kollagen schwindet früher, und vor der Sonne schützt sie kaum jemand

Seren fürs Gesicht, Patches unter den Augen, Retinol für die Nacht - und die Hände, die den ganzen Tag sichtbar sind, bekommen ein bisschen Creme, wenn wir gerade daran denken. Der Madrider Dermatologe Carlos Morales Raya sagt, genau da liege der Fehler. „Die ersten Zeichen des Alterns zeigen sich nicht immer im Gesicht, sehr oft an den Händen“, sagt er. Und fügt hinzu, dass es ihm seit über zehn Jahren schwerfällt, irgendjemanden davon zu überzeugen.

Die Gründe sind anatomisch, nicht kosmetisch. Die Haut an den Händen ist dünner als im Gesicht, verliert früher Kollagen und ist fast nie vor der Sonne geschützt. Ab etwa 40 wird sie dünner und brüchiger, verliert Elastizität und Spannkraft, trocknet aus und reißt leichter. Das Fettgewebe auf dem Handrücken wird dünner, der Talg nimmt ab, die Haut trocknet und springt auf. Die Nägel werden trocken, mit tieferen Rillen.

Dann kommt das, was wir sehen, wenn wir die Hände unserer Eltern betrachten. Der Muskeltonus lässt nach, und bei ausgeprägter Atrophie sinken Griffkraft und Präzision. Die Knochen treten stärker hervor, Venen und Sehnen werden sichtbarer. Laia Puig, Kosmetikverantwortliche der Marke LPG, sagt, nach 50 bekämen die Hände generell ein „skelettartiges“, gealtertes Aussehen. Braune Flecken treten meist um 45 auf, beeinflusst von Genetik, Hormonen, Sonne und Alter.

Was wirklich hilft. Puigs Liste ist erstaunlich bescheiden: Breitband-Sonnencreme mit mindestens LSF 30, jeden Tag, auch auf den Händen; milde Seifen und alkoholfreie Produkte; ein sanftes Peeling einmal pro Woche; Cremes oder Seren mit Retinoiden, antioxidativen Vitaminen oder Peptiden; Gummihandschuhe beim Putzen mit Chemikalien; und genug Wasser. Nichts davon braucht eine Klinik.

Die Klinik hat natürlich ihr eigenes Menü. Die Chirurgin und Ästhetikmedizinerin María Vicente nennt Injektionen mit Hyaluronsäure oder Calciumhydroxylapatit, die „verlorenes Volumen zurückgeben“, danach Laser und intensives gepulstes Licht gegen Flecken, Peelings, fraktionierten Laser und Radiofrequenz für mehr Festigkeit. Jede Behandlung wird einzeln bezahlt.

Die empfohlenen Cremes kosten zwischen 6,95 und 36 Euro pro Tube. Der Preisunterschied liegt beim mehr als Fünffachen. Der Unterschied beim Grundrat - Sonnencreme und Handschuhe - liegt bei null.

Die Kosmetikindustrie verkauft uns seit Jahrzehnten das Gesicht. Die Hände hat sie für später aufgehoben, für die Zeit, wenn die Venen schon zu sehen sind. Wie viele von uns wissen überhaupt, dass Sonnencreme auch auf die Hände gehört?