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Nachtragshaushalt ohne Investitionen, Bärenjunges auf der Autobahn, Anwalt für Vergabebeschwerden, Warenkorb von 70.358 Denar

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Nachtragshaushalt ohne Investitionen, Bärenjunges auf der Autobahn, Anwalt für Vergabebeschwerden, Warenkorb von 70.358 Denar

Der vierte Haushalt in zehn Monaten

Der zweite Nachtragshaushalt für 2026 kürzt Einnahmen und Ausgaben um jeweils rund 86 Millionen Euro, am stärksten bei den Kapitalinvestitionen: rund 90 Millionen Euro. Das Defizit bleibt bei 750 Millionen Euro, also 4,1 Prozent des BIP. Im Juli wurde das höhere Defizit mit mehr Investitionen begründet. Jetzt sinken die Investitionen, das Defizit rührt sich nicht. Professor Vančo Uzunov nennt das „billige kindliche Haushaltsgymnastik“, der Wirtschaftsjournalist Mirče Jovanovski zählt vier Haushalte in zehn Monaten, den für 2027 eingerechnet, der in etwa zehn Tagen kommen soll. Ein Plan, der sich alle drei Monate ändert, ist kein Plan mehr. Er ist ein Tagebuch.

Die Beschwerde wird teurer, den Anwalt zahlt man selbst

Am Montag stimmen die Abgeordneten über die Änderungen am Gesetz über öffentliche Aufträge ab. Eine Firma, die nachweist, dass eine Behörde eine Ausschreibung rechtswidrig durchgeführt hat, bekommt nur die Verwaltungsgebühr und die Verfahrensgebühr erstattet. Den Anwalt zahlt sie selbst. Die Beschwerdegebühren steigen von 50-200 auf 150-600 Euro. Die Anwaltskammer warnt, das schrecke von Rechtsmitteln ab und schwäche die Kontrolle über die Rechtmäßigkeit von Ausschreibungen. Der Rechtsstaatlichkeitsbericht der Europäischen Kommission führt das öffentliche Auftragswesen als Bereich mit hohem Korruptionsrisiko. Weniger Beschwerden heißt weniger aufgedeckte Unregelmäßigkeiten vor der Vertragsunterzeichnung. Wem nützt das?

Warenkorb 70.358 Denar, Lohn 26.000

Laut Gewerkschaftsbund kostet der Mindestwarenkorb für eine vierköpfige Familie im Oktober 70.358 Denar. Die Regierungsrechnung für August kommt auf 58.475 Denar, weil sie summiert, was Haushalte tatsächlich ausgegeben haben, nicht was sie zum Leben brauchen. Die SDSM verwies darauf, dass der Mindestlohn bei rund 26.000 Denar liegt, und warnte vor den angekündigten Preiserhöhungen bei Strom und Fernwärme. Die VMRO-DPMNE antwortete mit einem Satz ohne eine einzige Zahl: „Sobald die SDS sagt, es wird schlecht, kommt immer das Gegenteil.“ Am Montag tagt der Wirtschafts- und Sozialrat. Wird dort jemand sagen, welcher Warenkorb der echte ist?

Bärenjunges auf der Autobahn, Forsthammer in fremden Händen

Am Freitagabend erfasste nahe der Mautstelle Glumovo auf der Autobahn Skopje-Tetovo ein Auto einen jungen Bären von 60 bis 70 Kilogramm. Die Umweltinspektion soll die Meldung in eine Viber-Gruppe eines Einsatzteams gestellt haben, das offiziell gar nicht existiert. Bis der Tierarzt des Zoos Skopje eintraf, war das Junge tot. Das Gesetz verlangt, dass die Autobahn mit Drahtzaun gesichert ist, zuständig ist das Staatsunternehmen „Makedonijapat“. Wer hat den Zaun zuletzt kontrolliert? Am Galičica wiederum steht ein Sachbearbeiter im Verdacht, den Forsthammer - den Stempel, der Holz legal macht - einem Transporteur aus Bitola überlassen zu haben, bei dem 14 Raummeter Eichenholz ohne Papiere gefunden wurden. In beiden Geschichten gibt es die Regeln auf dem Papier, im Gelände fehlen sie.

Europa auf der Straße, Mickoski sieht Geheimdienste

Über 400.000 Menschen auf Frankreichs Straßen, Molotowcocktails in Tirana, Wasserwerfer in Rom - Tränengas von Paris bis Tirana. In seiner Rede zum 23. Oktober warnte Premierminister Hristijan Mickoski vor Geheimdiensten in der Region und vor einer Opposition, die sich „für Geld und falsche Versprechen auf Posten“ an Protesten beteiligen könnte. Der Analyst Petar Arsovski entgegnet, Dienste könnten ohne echte Unzufriedenheit keine Straße mobilisieren. Die Ursache sieht er bei jüngeren Generationen, die den Lebensstandard der älteren nicht mehr erreichen. Das hat kein ausländischer Geheimdienst erfunden.

Serbien wählt, Filipče kommentiert

Serbien wählt heute, und die Studentenliste, die nach dem Einsturz des Vordachs in Novi Sad mit 16 Toten entstand, bedroht Vučić zum ersten Mal ernsthaft. SDSM-Chef Filipče schrieb am Vortag der Wahl „Orbán ist gefallen, jetzt ist Vučić dran“ und machte die Wahl beim Nachbarn zur Abrechnung mit Mickoski. In Sofia wiederum wurde Slavi Binev erschossen, Ex-Europaabgeordneter und Taekwondo-Europameister. Drei Verdächtige sind festgenommen.

Bunjakovec, Brvenica und das Denkmal neben dem Parlament

Die VMRO-DPMNE greift den Bürgermeister von Centar, Gerasimovski, wegen einer Baustelle in Bunjakovec ohne Parkplätze und mit gefällten Bäumen an. Er sagt, die Investoren blockierten die Gehwege. Wer den Bau genehmigt hat, sagt niemand. In Brvenica wirbt der Premier vor der Stichwahl, und der Kandidat dankt ihm für die Projekte. Wenn der Parteichef zugleich Premier ist, versteht der Wähler, wovon das Geld abhängt. Die Stadt Skopje hat die Tafel am Denkmal für die Flüchtlingskinder zurückgebracht, Symbol für rund 28.000 vertriebene Kinder aus Ägäisch-Makedonien. Jahrelang stand es beschädigt, wenige Schritte vom Parlament entfernt.

Vardar zwischen VAR und Nantes

Den leichteren Teil des Tages lieferte der Sport. In Gostivar strich der VAR beide Tore, die Vardars Fußballer in der Nachspielzeit erzielt hatten. Vardars Handballer feierten den ersten Saisonsieg, 33:27 in Nantes, der European League entgingen sie trotzdem nicht. Trost gab es eine Ebene tiefer, wo Ohrid und Alkaloid im Europapokal durchmarschieren.

Der schwerere Teil des Tages läuft auf eine Frage hinaus: Wer haftet, wenn das, was geschrieben steht, nicht zu dem passt, was passiert - im Haushalt, auf der Autobahn, bei der Ausschreibung und im Warenkorb?

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