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Putin schickte Melania Trump einen Geburtstagsgruß durch ein 90-minütiges Telefongespräch: Diplomatie der alten Schule, oder mehr?

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Neunzig Minuten Telefongespräch zwischen Moskau und Washington. Auf der Tagesordnung: Ukraine, Iran, Energie, Verhandlungen, Raketenangriffe. Doch ein Teil der Zeit ging an etwas viel Wärmeres - Putin gratulierte Melania Trump persönlich zum Geburtstag, über ihren Mann.

Putins Berater Juri Uschakow bestätigte, dass der russische Präsident einen Teil des Gesprächs nutzte, um Melania Trump einen Geburtstagsgruß zu übermitteln. Putin selbst beschrieb die Geste anschließend als "Diplomatie der alten Schule" - eine Formulierung, die alles über den Stil eines Mannes aussagt, der sich als klassischer europäischer Staatsmann darstellen möchte und nicht als Anführer eines Landes unter Sanktionen.

Melania Trump hat eine Geschichte mit dem Kreml. Laut mehreren in US- und europäischen Medien veröffentlichten Analysen hat Putin auf ihre Bitten in der Vergangenheit politische Zugeständnisse gemacht, während Trump selbst davon sprach, wie sehr Putin seine Frau respektiert. Das sind heikle Linien in einem Spiel, in dem jeder Zug seinen Preis hat.

Was geschah eigentlich im Rest der 90 Minuten? Beiden Seiten zufolge berührte das Gespräch die Ukraine (Putin und Trump äußerten "ähnliche Einschätzungen" zum Verhalten Selenskyjs), Iran (Putin bot Hilfe beim Uran-Problem an) und die Energiemärkte. Das Ergebnis? Keine öffentliche Schlussfolgerung.

Auf dem Balkan bedeutet es etwas, wenn zwei Mächtige persönliche Chemie haben - wir alle wissen, wie das in unserer Politik aussieht. Doch wenn Putin und Trump "wie in der alten Schule" reden, sollte das Anlass zur Sorge sein. Denn die alte Schule der Großmächte ist für die Kleinen nie gut ausgegangen. Die Frage, die jemand stellen muss, ist einfach: Wenn zwei mächtige Männer am Telefon über die Welt entscheiden, mit wem berät sich die Welt?