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Erstklässler in Schulumkleide in Kočani misshandelt: Wo war die Aufsicht?

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Erstklässler in Schulumkleide in Kočani misshandelt: Wo war die Aufsicht?

Ein sechseinhalbjähriges Kind, ein Erstklässler, wurde in der Umkleide der Sporthalle einer Grundschule in Kočani körperlich angegriffen, ausgezogen und mit einer Smartwatch gefilmt. Laut Anzeige taten das mehrere andere Kinder, ebenfalls minderjährig, aber älter als er. Angezeigt hat den Fall am 24. September um 12:45 Uhr bei der Polizei in Kočani der Vater des Kindes, ein 42-jähriger Einwohner von Kočani.

Die zuständige Staatsanwaltschaft und das Zentrum für Sozialarbeit wurden informiert. Wer beteiligt war, was genau in der Umkleide passiert ist und wie es überhaupt dazu kommen konnte, müssen die Behörden erst noch feststellen. Da es sich um Kinder handelt, hängen die Maßnahmen von ihrem Alter und den festgestellten Tatsachen ab.

Eine Frage aber braucht keine Ermittlung, um gestellt zu werden. Ein Erstklässler ist ein sechseinhalbjähriges Kind. Während des Schultags sollte es nicht ohne Erwachsenen in der Nähe bleiben, schon gar nicht in einer Umkleide mit älteren Kindern. Wo war die Lehrkraft? Wer war in diesem Moment für die Halle verantwortlich? Hat die Schule überhaupt eine Regel, wer die Jüngsten zum Sportunterricht begleitet?

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind laut und oft extrem, von Forderungen nach Strafen für die Eltern bis zu Rufen nach „Erziehungsheimen“. Darunter ist auch eine nüchterne Forderung, die immer wieder auftaucht: Auch die Klassenlehrkraft müsse dafür geradestehen, denn ein Erstklässler sei ein Kind, „das ständig Aufsicht braucht“. Dem ist schwer zu widersprechen.

Der Fall ist kein Einzelfall. Die Zahl der Anzeigen wegen Gewalt unter Gleichaltrigen steigt seit zwei Jahren, und die Psychologin Mirjana Jovanovska Stojanovska führt das auf den Einfluss sozialer Netzwerke, das Streben nach Beliebtheit und Macht und fehlende Empathie zurück. Ein Detail darf dabei nicht untergehen: Das Video wurde mit einer Smartwatch aufgenommen. Seit Beginn des Schuljahres haben einige Schulen strengere Regeln für Handys eingeführt. Die Uhr am Handgelenk ist offenbar kein Handy.

Das Kind hat jetzt Anspruch auf Schutz und fachliche Unterstützung, die Öffentlichkeit hat Anspruch auf eine Antwort, nicht auf eine Pressemitteilung. Schule, Bildungsbehörden und Sozialamt müssen sagen, was passiert ist, wer es nicht rechtzeitig gesehen hat und was sich ab morgen ändert. Denn Umkleiden gibt es an jeder Schule.