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Esskastanien zählen zu den Nüssen, haben aber viel weniger Fett als Walnüsse: So isst man sie vom Frühstück bis zum Abendessen

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Esskastanien zählen zu den Nüssen, haben aber viel weniger Fett als Walnüsse: So isst man sie vom Frühstück bis zum Abendessen

Auf dem Balkan heißt Kastanie meist eine Papiertüte vom Straßenverkäufer und verbrannte Finger an einem kalten Abend. Aber der Herbst hat gerade erst begonnen, die Kastanien kommen schon auf die Märkte, und sie können viel mehr als das, vom Frühstück bis zum Abendessen.

Obwohl sie traditionell zu den Nüssen gezählt werden, sind Esskastanien in ihrer Zusammensetzung ganz anders als Walnüsse, Mandeln oder Haselnüsse. Sie enthalten viel Wasser, sind reich an komplexen Kohlenhydraten und Stärke und haben deutlich weniger Fett. Sie liefern Ballaststoffe, Kalium, Phosphor und einige Vitamine. Deshalb sättigen sie und geben Energie, besonders wenn sie einfach geröstet oder gekocht werden. Dank der Stärke lassen sie sich wie Kartoffeln oder Mehl verwenden: ganz, püriert oder gemahlen. Kastanienmehl ist zudem glutenfrei.

Zum Frühstück

Der milde, leicht mehlige Geschmack passt gut zu Milchprodukten, Obst und Zimt. Ein paar gekochte, klein geschnittene Kastanien kann man in eine Schüssel mit Joghurt, frischem Obst, Samen und etwas Granola geben. Man kann sie auch am Ende des Kochens in den Haferbrei rühren, mit Zimt, Apfel oder Birne. Selbst gemachte Kastaniencreme kommt aufs Brot, pur oder mit Frischkäse und Banane. Wer sie fertig kauft, sollte das Etikett lesen und eine ohne zugesetzten Zucker wählen. Ein paar gekochte Kastanien, mit Milch, Banane und Zimt püriert, ergeben ein cremiges Getränk.

Als Snack

Hier braucht es kein Rezept. Gekocht und geschält isst man Kastanien lauwarm oder kalt, und sie sind immer für eine Zwischenmahlzeit zur Hand. Im Ofen geröstet haben sie das stärkste Aroma, aber vor dem Rösten muss die Schale eingeschnitten werden, sonst lässt der Dampf im Inneren sie platzen. Für kleine Mengen ist auch die Mikrowelle eine schnelle Lösung. Mit einem Stück Saisonobst ist der Snack komplett.

Zum Mittag- und Abendessen

Im Salat geben gekochte, geschnittene Kastanien eine süße Note und eine andere Textur, mit grünem Salat, Birne oder Apfel, Granatapfel, Käse und einem leichten Dressing. Püriert mit Kürbis, Lauch oder Zwiebel machen sie Cremesuppen sämig, sie passen auch in Hülsenfruchtsuppen. Ganz oder geschnitten kann man sie in Eintöpfe mit Gemüse, Bohnen oder Fleisch geben oder zu Braten und Geflügel servieren.

Zum Dessert

Gekochte und pürierte Kastanien sind die Basis für eine Creme oder Mousse, der Klassiker ist Kastanienflan. Kastanienmehl kommt in Kuchen und Kekse, pur oder mit anderem Mehl gemischt. Und natürlich Kastanien und Schokolade, das Herbstpaar in Mousses, Torten und Cremebechern. Ob wir bei der Tüte von der Straße bleiben oder sie in die Küche holen: Die Saison ist kurz. Es lohnt sich, sie zu nutzen.