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Zwei Anzeigen wegen Prügeleien auf dem Schulhof an einem Tag: Die Polizei versprach Maßnahmen, das Bildungssystem schweigt

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Zwei Anzeigen wegen Prügeleien auf dem Schulhof an einem Tag: Die Polizei versprach Maßnahmen, das Bildungssystem schweigt

Ein Kind mit gebrochenem Nasenbein. Ein anderes Kind, in einer anderen Schule, in einem anderen Stadtteil, während des Schultags körperlich angegriffen. Zwei Anzeigen, dasselbe Datum, derselbe Satz der Polizei: „Es werden Maßnahmen zur vollständigen Aufklärung des Falles ergriffen.“ Was genau wird aufgeklärt, und wann tritt jemand vor die Eltern und sagt, was die Schule tut?

Auf dem Hof der Grundschule „Tihomir Miloševski“ in Volkovo endete außerhalb des Unterrichts ein Kinderspiel in einer Prügelei. Dem Angriff ging ein kurzer Streit unter den Kindern voraus. Danach rief eines der Kinder angeblich weitere Minderjährige herbei, die den 14-Jährigen umstellten und ihm Faustschläge gegen den Kopf versetzten.

Der Junge, Schüler der neunten Klasse, wurde gegen 22 Uhr in die Notaufnahme des Stadtkrankenhauses „8. September“ eingeliefert. Die Diagnose: gebrochenes Nasenbein, Blutergüsse unter den Augen und weitere Kopfverletzungen. Nach der Untersuchung folgten weitere Aufnahmen, er blieb bis etwa ein Uhr nachts und wurde dann zur häuslichen Behandlung entlassen.

Am selben Tag meldete um 16 Uhr bei der Polizeidirektion Skopje eine 50-jährige Mutter, ihr Sohn sei gegen 11:40 Uhr von einem Mitschüler in einer Grundschule im Stadtgebiet Čair körperlich angegriffen worden. Nicht auf dem Hof nach dem Unterricht - während des Schultags, in der Schule.

Das Bulletin funktioniert, das System nicht

Beide Fälle tauchten im Tagesbulletin der Polizei auf und danach in den Medien, mit derselben Standardformel über ergriffene Maßnahmen. Das Innenministerium hat seine Arbeit erledigt - Anzeige aufgenommen, Verfahren eröffnet. Doch in keinem der beiden Fälle wird erwähnt, was die Schule tut, was die Aufsicht tut, ob der schulpsychologische Dienst überhaupt eingeschaltet wurde.

Genau darin liegt der Unterschied. Wird ein Kind auf der Straße verletzt, wissen wir, wer zuständig ist. Wird ein Kind auf dem Schulhof oder im Flur während des Unterrichts verletzt, verteilt sich die Verantwortung auf so viele Adressen, dass am Ende niemand sie trägt. Und der Elternteil mit der Kopfaufnahme in der Hand bekommt einen Satz über ergriffene Maßnahmen.

Beide Schüler sind nach Hause zurückgekehrt. Einer mit Schienen auf der Nase. Die Frage, der die Institutionen ausweichen, lautet nicht, welches Kind wen geschlagen hat - das wird die Polizei klären. Die Frage ist, wie viele solcher Anzeigen sich in einem einzigen Tagesbulletin sammeln müssen, bis jemand aus dem Bildungssystem der Öffentlichkeit antwortet.