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Die Tresore der ältesten Dynastie öffnen sich: Masakos kaiserliche Diademe reisen nach Europa

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Die Tresore der ältesten Dynastie öffnen sich: Masakos kaiserliche Diademe reisen nach Europa

Der Hof der ältesten herrschenden Dynastie der Welt öffnet seine Tresore selten - doch wenn er es tut, kommen Diademe heraus, die ein Jahrhundert und älter sind. Kaiserin Masako von Japan holt die Juwelen aus den gepanzerten Kammern des Kaiserpalastes für einen Staatsbesuch in den Niederlanden, wo sie zusammen mit Königin Máxima Stücke zeigen wird, die sogar den Zweiten Weltkrieg überdauerten.

Die japanische Tradition ähnelt der europäischen nicht. Statt Rubinen, Smaragden und Saphiren setzt der Hof des Chrysanthementhrons auf raffinierte Kompositionen aus Diamanten und weißen Perlen - ein Symbol für Reinheit, Licht und Harmonie. Das älteste Diadem der Sammlung, das Meiji, fertigte Chaumet bereits 1885, und tragen dürfen es nur die Kaiserinnen. Ein anderes, das Chrysanthemen-Diadem, mit sechzehn Blütenblättern, die das offizielle Wappen des Kaiserhauses verkörpern, war jahrzehntelang fast aus der Öffentlichkeit verschwunden, bis Masako es bei einem Staatsbankett im Buckingham-Palast wieder zum Leben erweckte.

Hinter all dem Glanz steht eine leisere Geschichte. Masako reduzierte jahrelang ihre öffentliche Präsenz wegen einer Anpassungsstörung - eines Zustands, der ihr in den Medien den Beinamen „die traurige Prinzessin" einbrachte. Während der Pandemie legte der Hof die imposanten Juwelen freiwillig beiseite und ersetzte sie durch Perlenketten, als Geste der Bescheidenheit. Ihre Rückkehr auf die Bühne markierte ausgerechnet ein Diadem - der Perlen-Sonnenstrahl, den sie 2014 beim Staatsbesuch in den Niederlanden trug, ein Bild, das als Zeichen der Erholung und des Vertrauens gelesen wurde.

Nun wiederholt sich derselbe Besuch mit einer neuen Generation. Beim Bankett wird erstmals die niederländische Prinzessin Ariane auftreten, und wenn das Kaiserpaar weiter nach Belgien reist, werden die belgischen Thronfolger ihr Debüt bei einem der größten Staatsbankette bisher geben. Der Schmuck reist von Tresor zu Tresor, von Generation zu Generation - eine Erinnerung daran, dass in solchen Häusern selbst das Erbe eine Inszenierung mit genau festgelegtem Ablauf ist. Die Frage, die bleibt, ist, wen er als Nächstes erstrahlen lässt, und was sich hinter dem Glanz verbirgt.