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Trump kündigt neue Sanktionen gegen Russland an: Die Moral hat sich nicht geändert, die Rechnung schon

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Trump kündigt neue Sanktionen gegen Russland an: Die Moral hat sich nicht geändert, die Rechnung schon

Der Fall des Ölpreises hat Donald Trump die Tür geöffnet, das zu tun, was lange teuer war - die russische Energie zu treffen, ohne die Preise zu Hause anzuheizen. Der US-Präsident kündigte an, Washington könne bald neue Sanktionen gegen Russland verhängen - eben weil billiges Öl den politischen Preis des Schritts senkt.

„Dank der gesunkenen Ölpreise können wir bald neue Sanktionen gegen die Russische Föderation verhängen", sagte Trump. Der Kontext ist entscheidend: Die Ankündigung kommt nach seiner Mitteilung über ein Abkommen mit dem Iran und eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus, was den Ölpreis nach unten drückte. Brent fiel auf rund 83 Dollar je Barrel, das US-WTI auf rund 80 - der niedrigste Stand seit drei Monaten.

Hier ist die Logik, die selten laut ausgesprochen wird. Bislang barg ein Schlag gegen die russische Energie auch für Amerika selbst ein Risiko - höhere Spritpreise zu Hause und Inflation. Jetzt, da das Öl billig ist, ist dieses Risiko kleiner, und der Schritt wird politisch bequem. Mit anderen Worten: Die Moral hat sich nicht geändert - die Rechnung schon. Die Sanktionen kommen nicht, weil sie gerechter wurden, sondern weil sie billiger wurden.

Großbritannien und die EU haben die Sanktionen gegen russische Schiffe, die „Schattenflotte" und die Logistiknetze, die die Kriegswirtschaft am Laufen halten, bereits ausgeweitet. Russlands Abhängigkeit von den Öleinnahmen bleibt Moskaus verwundbarster Punkt. Doch der Balkan weiß nur zu gut, dass Sanktionen ein Spiel mit mehreren Böden sind - wer am Ende wirklich zahlt, ist selten der, gegen den sie sich richten. Es bleibt abzuwarten, ob aus Trumps Worten eine Unterschrift wird oder nur eine weitere Ankündigung, hingeworfen in dem Moment, in dem der Ölpreis es erlaubte.