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Videochat mit Metas KI-Agenten jetzt für alle in den USA: Die niedliche Figur von Muse soll dafür sorgen, dass man eine Bindung aufbaut, sagt der Konzern

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Videochat mit Metas KI-Agenten jetzt für alle in den USA: Die niedliche Figur von Muse soll dafür sorgen, dass man eine Bindung aufbaut, sagt der Konzern

Meta gab am Donnerstag bekannt, dass jeder Nutzer in den USA nun mit Muse, dem KI-Agenten des Konzerns, telefonieren oder per Video chatten kann. Die Funktion heißt Muse Voice, wurde erstmals im September auf der Konferenz Connect gezeigt und läuft auf zwei neuen Modellen: Muse Realtime Avatar und Muse Realtime Voice.

Sprachgespräche bieten auch andere KI-Firmen an. Der Unterschied ist das Gesicht: eine animierte, weiche Figur mit dem Spitznamen Jolly, die der Nutzer so umgestalten kann, dass sie wie ein Mensch, ein Tier oder eine andere Figur aussieht. Beim Sprechen nutzt Muse „subtile Mimik und Gesten“, die zum Ton des Gesprächs passen, sagt Meta. Der Agent sieht den Nutzer nicht - er hört nur zu und reagiert auf das Gehörte.

Die Absicht ist kein Geheimnis. Der Konzern glaubt, dass sich Menschen ihrem Agenten verbundener fühlen, wenn die KI menschliche Züge bekommt, und dass diese Bindung noch stärker werden könnte, sobald sie live mit ihm sprechen. Wenn ein Unternehmen, dessen Geschäft von der Aufmerksamkeit der Nutzer lebt, einen angenehmen Gesprächspartner baut - auf wessen Seite steht dann diese Bindung?

Angekündigt hat die Neuheit Metas Chief AI Officer Alexandr Wang in einem Blogbeitrag und auf X, wo er auch eine Demo teilte. Im Video scherzt er, das Posten von Memes auf X habe ihm womöglich Ärger mit dem Chef eingebracht. Sein Muse, ein weißer flauschiger Hund, schlägt ihm vor, Memes mit einem Hinweis zu versehen, die so verstanden werden könnten, als stecke Meta hinter etwas Unangemessenem. Ein Scherz, aber auch eine kleine Lektion: Der Agent weiß schon, wie man den Konzern schützt.

Der nächste Schritt ist Hardware. Bis Jahresende plant Meta ein kleines Gerät im Tamagotchi-Stil, auf dessen Bildschirm die Figur lebt und auf Befehl Aufgaben erledigt. Live-Gespräche funktionieren vorerst auf Mobilgeräten, im Web und auf dem Mac, später kommen sie auf die AI Glasses und das Gerät Muse Charm.

Vorerst gilt all das nur für Nutzer in den USA. Wenn es nach Europa kommt, wird die Frage nicht sein, wie niedlich Jolly ist, sondern wer die Gespräche mithört und speichert, die Menschen mit ihm führen.