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Fünf Tage nach dem Sturz von Vučić erinnert sich die Staatsanwaltschaft angeblich an Radoičić: Warum blieb der Banjska-Verdächtige ohne Haft?

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Fünf Tage nach dem Sturz von Vučić erinnert sich die Staatsanwaltschaft angeblich an Radoičić: Warum blieb der Banjska-Verdächtige ohne Haft?

Drei Jahre lang wirkte der Fall Banjska in Belgrad wie etwas, das in einer Schublade vergessen wurde. Dann wählte Serbien, Vučić fiel, und fünf Tage später ordnete die Oberste Staatsanwältin Zagorka Dolovac laut Informationen aus serbischen Medien an, dass eine Kommission der Obersten Staatsanwaltschaft auch das Verfahren gegen Milan Radoičić unter die Lupe nimmt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt diesen Angaben zufolge einer Frage: warum Radoičić, verdächtigt, den bewaffneten Zusammenstoß in Banjska im Norden des Kosovo organisiert zu haben, nach der Vernehmung bei der Höheren Staatsanwaltschaft in Belgrad trotz der Schwere der Vorwürfe ohne Haft blieb. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft konnten wir nicht finden.

Zur Erinnerung, worum es geht. Am 24. September 2023 kamen bei Banjska ein kosovarischer Polizist und drei Serben ums Leben. Radoičić übernahm über einen Anwalt die Verantwortung für den Vorfall, und Anfang Oktober lehnte ein Belgrader Gericht die Haft ab: Es nahm ihm das Reisedokument ab, verbot ihm, in den Kosovo zu reisen, und schickte ihn nach Hause. Im April dieses Jahres verhängte ein Gericht in Priština lebenslange Haft gegen Blagoje Spasojević und Vladimir Tolić und 30 Jahre gegen Dušan Maksimović. Sie wurden verurteilt, während der Mann, der selbst sagte, er stehe hinter dem Vorfall, frei in Serbien lebte.

Held oder Verdächtiger

Die Reaktion kam sofort. Vučić nahestehende Redakteure erklärten ihn zum „serbischen Helden von Banjska“ und sprechen von einer „Jagd“ auf ihn. Vučić selbst sagte, die Auslieferung von Radoičić an Priština „würde das Ende der Existenz Serbiens bedeuten“ und die formalrechtliche Anerkennung des Kosovo.

Man beachte den Sprung. Die Nachricht handelt davon, ob jemand in Belgrad richtig über die Haft entschieden hat. In dem, was öffentlich wurde, steht kein Wort über Auslieferung. Aber es genügt, Priština zu erwähnen, und die Frage, wer den Mann gehen ließ und warum, ist vergessen.

Dolovac ist übrigens keine neue Figur, die mit den Studenten kam. Sie steht an der Spitze der serbischen Staatsanwaltschaft, seit bevor Vučić an die Macht kam. Hat das Verfahren ein Problem, entstand dieses Problem, während sie die Behörde leitete. War der Fall auch vor dem 25. Oktober so problematisch, oder wurde er es erst, als der Wahlsieger wechselte?

Ein Test für die Studenten

Für die neue Regierung, wenn es sie denn gibt, ist Radoičić der erste echte Test beim Thema Kosovo. Die Studentenliste ist ohnehin gespalten: Für die einen ist der Kosovo „vorübergehend besetzt“, für die anderen kommt Serbien auch ohne ihn aus. Ein Prozess in Belgrad wird genau diese Wunde öffnen, nur liegt diesmal unter der Verratsrhetorik ein Fall mit vier Toten.

Hat Serbien Institutionen, die über die eigenen „Helden“ richten, oder richten sie erst, wenn deren Beschützer fällt? Und wacht irgendwo auf dem Balkan die Staatsanwaltschaft vor den Wahlen auf und nicht danach?