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Das Schulterpolster-Sakko hat 500 Jahre Geschichte - Heinrich VIII. erfand es als Politik, die 80er als Macht, wir tragen es als Schutz

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Das Schulterpolster-Sakko hat 500 Jahre Geschichte - Heinrich VIII. erfand es als Politik, die 80er als Macht, wir tragen es als Schutz

Das Sakko mit Schulterpolstern ist keine moderne Erfindung - es ist eine 500 Jahre alte Strategie für visuelle Macht, und jetzt kehrt es ohne viel Hinterfragen in die Garderoben zurück. Eingesetzt hat es zuerst Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert, und zwar nicht als Mode, sondern als Politik - Doublets mit gepolsterten Schultern, um breiter, intensiver, gefährlicher zu wirken. Der englische Monarch erließ sogar Gesetze, die regelten, wer ähnliche Kleidung tragen durfte.

Bei den Frauen dauerte es viel länger. Ende des 19. Jahrhunderts, als Frauen für die Arbeit auf die Straße gingen, tauchten auch die ersten praktischen Formen mit etwas Schulterkonstruktion auf. Elsa Schiaparelli baute in den 1930er Jahren eine Schulterarchitektur, inspiriert von Militäruniformen. Der Zweite Weltkrieg machte sie funktional - Frauen gingen in die Fabriken, die Kleidung passte sich an. 1966 legitimierte Yves Saint Laurent den Damenanzug mit Ärmel.

Doch die eigentliche Ära des „Power Dressing" kam in den 80ern. Als Frauen in die Konzernwelt eintraten, wurden Schultern zum Signal - nicht der Ästhetik, sondern des Durchbruchs. Das Sakko mit Polstern sagte: „Ignoriert mich nicht in diesem Meeting." Das war Thatcher auf dem Premierstuhl, das war Joan Collins in „Dynasty", das war die Idee, dass eine Frau denselben Raum einnehmen kann wie ein Mann - buchstäblich, mit den Schultern.

Heute kehrt das Sakko aus einem ganz anderen Grund zurück. Die Psychologin Angela Pera sagt, Kleidung sei nicht nur für das Auge - sie verändere das innere Gefühl, bevor die Emotion folgt: „Weich, aber mächtig, sie beginnt außen und wirkt auf alles im Inneren." Mit anderen Worten - wenn der Tag schwer ist, ziehen Sie das Sakko mit Schulterpolstern an. Nicht für das Bild im Spiegel, sondern für den Moment, in dem Sie den Raum betreten und sehen, wer die erste Sekunde verliert. Es ist dieselbe Rechnung wie im 16. Jahrhundert, nur ohne Schwerter.