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Ein Satz, in das Kleid gestickt, den niemand lesen sollte: die Hochzeit mit weniger als zwanzig Gästen

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Ein Satz, in das Kleid gestickt, den niemand lesen sollte: die Hochzeit mit weniger als zwanzig Gästen

Die Hochzeit fand am 22. Mai auf Little Pipe Cay statt, einer Privatinsel auf den Bahamas, in einer kleinen Kapelle, mit weniger als zwanzig Gästen. Donald Trump Junior und Bettina Anderson heirateten fernab jeder Kamera, und die Fotos wurden erst jetzt veröffentlicht - fast zweieinhalb Monate später.

Das allein ist eine Information. Eine Familie, die vom Auftritt vor Objektiven lebt, wählte eine Zeremonie, bei der es niemanden zu filmen gab. Die Insel wurde nicht wegen ihrer Exklusivität gewählt, sondern weil die Braut dort als Kind ihre Sommer verbrachte. Die Trauung leitete ihr Schwager, Brad McPherson.

Das Kleid stammt vom Haus Safiyaa und dessen Kreativdirektorin Daniela Karnuts - aus Satin, im Schrägschnitt gearbeitet, mit einem Minimalismus, den jede Modejournalistin sofort mit Carolyn Bessettes Brautkleid von 1996 verglich. Karnuts weist den Vergleich zurück und sagt, das Ziel sei ein authentisch einzigartiges Design für Bettina gewesen, keine Wiederholung einer fremden Ikone. Die Braut war in den gesamten Prozess eingebunden und wünschte sich eine netzartige Bedeckung statt eines klassischen Schleiers.

Das interessanteste Detail ist auf keinem einzigen Foto zu sehen. Im Inneren des Kleides steht, von Hand gestickt, ein Satz aus dem Hohelied: „Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden.“ Keiner der Gäste wusste, dass er dort ist. Das ist das Gegenteil von allem, was dieser Nachname sonst mit Symbolen macht - eine Botschaft, geschrieben, um nicht gelesen zu werden.

Das zweite Detail wiegt schwerer. Im Brautstrauß trug die Braut ein Medaillon mit Fotos ihres verstorbenen Vaters, des Bankiers Harry Loy Anderson Junior. Das ist ein Brauch, den bei uns jede Hochzeit kennt, bei der jemand fehlt - ein Gegenstand, den man trägt, damit jemand sitzt, der seinen Platz nicht einnehmen kann.

Für die Feier wechselte sie in ein maßgefertigtes Zweiteiler-Modell desselben Hauses, mit einem Oberteil mit V-Ausschnitt und einem Rock mit geometrischer Stickerei. Der erste Tanz war zu einer Ballade von Elvis Presley, später tanzte sie mit ihren Schwägerinnen Tiffany und Ivanka.

Modisch ist das die Bestätigung, dass Satin im Schrägschnitt zurück ist und dass Bräute heute mehr Angst vor Übertreibung haben als vor Schlichtheit. Die Geschichte drumherum wiederum ist das, was man bei uns ohne Übersetzung versteht: Eine Hochzeit bleibt nicht wegen der Zahl der Gäste in Erinnerung, sondern wegen dessen, der auf ihr gefehlt hat.