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Warhound sammelte 200 Millionen Dollar für genveränderte Militärhunde: Die Technik zur Rückkehr des Mammuts geht jetzt ans Militär

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Warhound sammelte 200 Millionen Dollar für genveränderte Militärhunde: Die Technik zur Rückkehr des Mammuts geht jetzt ans Militär

Warhound, ein neues amerikanisches Start-up, ist mit 200 Millionen Dollar (rund 170 Millionen Euro) und einer Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar (rund einer Milliarde Euro) aus dem Schatten getreten. Der Plan: genveränderte Hunde für das US-Militär, die Polizei und Rettungsteams. Zu den Investoren gehören Sequoia, 8VC und In-Q-Tel, der Investmentfonds der US-Geheimdienste.

Die Idee hatten zwei Männer, die selten im selben Satz mit Hunden genannt werden. Ben Lamm ist Gründer von Colossal Biosciences, der Firma, die für ihre Versuche bekannt ist, Mammut und Dodo „wiederzubeleben“. Palmer Luckey ist Mitgründer von Anduril, einem Hersteller von Militärtechnik. Die beiden lernten sich vor etwa einem Jahr auf einer Konferenz kennen, wo Luckey das Thema Diensthunde im Militär ansprach.

Laut dem Unternehmen stammen über 80 Prozent der Diensthunde des US-Militärs aus Europa, und weniger als die Hälfte davon ist diensttauglich. Viele scheitern in der Ausbildung an genetischen Problemen - schwaches Sehvermögen, hohes Krebsrisiko, Hüftdysplasie, Muskelschwund. Colossal hat Zelllinien der beiden erfolgreichsten Rassen genommen, des Belgischen Schäferhunds Malinois und des Deutschen Schäferhunds, lagert sie in einer Biobank und wird nun ihre Gene editieren: schneller, wendiger, mit besserer Nase für Sprengstoff. Lamm nennt das einen „neuen Hundetyp“.

Anduril wird Ausrüstung „am Hund, nicht im Hund“ hinzufügen, wie Lamm sagt: Schutzwesten mit Sensoren, die Daten an die Hundeführer senden, und spezielle Brillen. Die ersten Hunde sollen Anfang nächsten Jahres geklont und geboren werden und innerhalb von zwei Jahren in den Dienst gehen. Das Klonen übernimmt Viagen, eine weitere Firma im Besitz von Colossal. Luckey hat keine Beteiligung am Unternehmen - er ist nur Partner.

Der Preis der Hunde ist noch nicht bekannt. Als Käufer werden das Verteidigungsministerium, die Teilstreitkräfte und die Polizei erwartet. Auf die Frage nach einer staatlichen Genehmigung antwortet Lamm, das Unternehmen habe bereits viele Regierungsstellen mit dem Geschäft vertraut gemacht. Zur Sicherheit von Zivilisten sagt er, die Hunde würden wie jeder Militärhund ausgebildet, und verantwortlich sei, wer sie kauft. Das Ausbildungsprogramm soll die American Humane Society zertifizieren, ausgemusterte Hunde sollen über deren Programm für Militärhunde ein Zuhause finden.

Eine Technologie, entwickelt, um ausgestorbene Tiere zurückzubringen, geht jetzt an Militär und Polizei, mit Geld aus dem Fonds der Geheimdienste. Die Antwort auf die Frage, wer haftet, wenn ein genveränderter Hund den falschen Menschen angreift, lautet vorerst: der Käufer. Kommen die ethischen Fragen vor den ersten Verträgen - oder, wie üblich, danach?