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Ein Chip, der „Superfakes“ entlarvt: Das Start-up Veritas sammelte 1,75 Millionen Dollar, um Luxusmarken vor Kopien zu schützen

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Ein Chip, der „Superfakes“ entlarvt: Das Start-up Veritas sammelte 1,75 Millionen Dollar, um Luxusmarken vor Kopien zu schützen

Die Kopie eines Luxusprodukts ist längst nicht mehr nur eine schlecht genähte Tasche vom Markt. Fälscher kopieren die Markenzeichen so gut, dass die besten Imitationen einen eigenen Namen bekommen haben - „Superfakes“. Das Start-up Veritas behauptet, die Lösung sei ein Chip im Produkt selbst.

Gegründet hat das Unternehmen Lucy Holland, frühere technische Produktmanagerin bei Tesla, mit einem Hintergrund in Design und Kunst. Der Chip wird ins Produkt eingesetzt, ohne es zu beschädigen. Über ihn prüft die Marke, ob ein Gegenstand echt ist, und der Käufer kann in der App ein Eigentumszertifikat vorzeigen. Andere Methoden ließen sich leichter umgehen, sagt Holland, denn ein QR-Code oder ein statischer NFC-Link sei leicht zu kopieren. „Unser Chip erzeugt bei jeder Berührung eine sichere Antwort und hat einen Draht, der Manipulationsversuche erkennt“, erklärt sie.

Die zweite Version des Chips funktioniert auch auf Metall und lässt sich durch Glas scannen, deckt also jetzt auch Schmuck, Trophäen und Parfümflakons ab. Die Vitrine ist vorerst für bekannte Namen reserviert: Alle 18 Siegerkronen von ATHLOS, dem Frauen-Leichtathletik-Wettbewerb von Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian, werden einen Veritas-Chip tragen. Einen Chip gibt es auch in einem Paar der ersten Nike-Sneaker von LeBron James, umgestaltet vom Künstler Adam Port. Einmal mit dem Handy antippen, und die ganze Geschichte der Sneaker öffnet sich.

Das Geld ist bescheiden: 1,75 Millionen Dollar (rund 1,5 Millionen Euro) in der frühesten Finanzierungsrunde, angeführt von Ohanians Fonds Seven Seven Six. Der Reddit-Mitgründer ist also zugleich Investor bei Veritas und Gründer des Wettbewerbs, dessen Kronen den Chip tragen. Die Partnerschaft ist, gelinde gesagt, eine Familienangelegenheit. An der Runde beteiligten sich auch DoorDash-Mitgründer Stanley Tang und einige weitere Investoren.

Der Chip ist nicht nur ein Schloss gegen Kopien. Er öffnet den Marken einen weiteren direkten Kanal zum Käufer: eine App, Clubs, Anmeldungen zu Events und frühen Zugang zu neuen Kollektionen für Auserwählte. Luxus verkauft längst nicht mehr nur einen Gegenstand, sondern auch das Gefühl, zu den wenigen zu gehören. Bleibt die Frage, ob auf unseren Märkten jemand einen Chip prüfen würde, bevor er die Tasche kauft.