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Brand auf dem kanadischen Militärstützpunkt Wainwright: Es gibt Tote, die Kliniken sind überfüllt, doch eine Zahl nennt niemand

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Brand auf dem kanadischen Militärstützpunkt Wainwright: Es gibt Tote, die Kliniken sind überfüllt, doch eine Zahl nennt niemand

Auf dem kanadischen Militärstützpunkt Wainwright in der Provinz Alberta wurden am Samstag bei einem schweren Zwischenfall, nach dem ein großer Brand ausbrach, mehrere Menschen getötet und verletzt. Das Feuer griff über den Zaun des Stützpunkts hinaus, und die Krankenhäuser im rund 200 Kilometer entfernten Edmonton nehmen zahlreiche Verletzte auf. Wie viele Menschen starben und was das auslöste - offiziell weiß man es noch nicht.

Verteidigungsminister David McGuinty bestätigte am Samstagabend, dass es Tote und Verletzte gibt. „Es tut mir leid, bestätigen zu müssen, dass der Vorfall auf dem Stützpunkt Tote und Verletzte gefordert hat“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Er nannte die Lage sehr ernst und sensibel und fügte hinzu, er könne sich an kein vergleichbares Ereignis in der jüngeren Geschichte erinnern. Zahlen nannte er nicht.

Das Schweigen brechen die Ärzte. Notarzt Warren Thirsk vom Royal Alexandra Hospital in Edmonton sagte, es handle sich um einen Ausnahmezustand, wie ihn das Gesundheitssystem einmal in 15 bis 25 Jahren erlebt. „Das sind mehr Patienten, als irgendjemand von uns jetzt zählen will. Das ist eine Katastrophe“, sagte er. Die Verletzten werden nach Edmonton gebracht, nachdem die Kapazitäten in Wainwright selbst erschöpft waren.

Einige kanadische Medien meldeten vor dem Brand eine Explosion, offiziell bestätigt haben die Behörden das nicht. Die Royal Canadian Mounted Police wurde am Samstag kurz nach 16 Uhr Ortszeit alarmiert, wegen eines gemeldeten Feuers in dem Teil des Stützpunkts, der für die militärische Ausbildung bestimmt ist. Ermittelt wird von Armee und Polizei, und bislang ist nicht einmal bekannt, ob die Toten und Verletzten ausschließlich Militärangehörige sind.

Die Löscharbeiten erschwerte starker Wind, dessen Böen in Teilen Albertas 100 Kilometer pro Stunde erreichten. Feuerwehrleute aus mehreren umliegenden Gebieten halfen beim Löschen, und auch die Nachbarprovinz Saskatchewan bot Unterstützung an. Die Stadt Wainwright mit rund 6.600 Einwohnern liegt direkt neben dem Stützpunkt. Eine Evakuierung wurde nicht angeordnet, die Bürger wurden gebeten, das Gebiet zu meiden und die Straßen für Rettungsdienste freizuhalten.

Wainwright ist einer der aktivsten Stützpunkte des kanadischen Heeres: Hier werden Soldaten ausgebildet, Kampfeinsätze vorbereitet und große Militärübungen abgehalten. Laut Volkszählung von 2021 waren dort 1.310 militärische und zivile Beschäftigte stationiert. Premierminister Mark Carney sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus, Albertas Premierministerin Danielle Smith nannte das Ereignis eine große Tragödie.

Jede Stunde ohne offizielle Zahl öffnet Raum für Gerüchte - in den sozialen Netzwerken kursieren bereits Behauptungen über Dutzende Tote und Hunderte Verletzte, die keine zuständige Stelle bestätigt hat. Die Behörden versprechen neue Informationen, sobald die Umstände geklärt sind. Die Frage ist, wer die Familien zuerst erreicht - das Ministerium oder die Gerüchte?