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Saluschnyj liegt beim Vertrauen vor Selenskyj, aber nicht auf dem Wahlzettel: Wer wird Nachfolger des Präsidenten in Kiew?

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Saluschnyj liegt beim Vertrauen vor Selenskyj, aber nicht auf dem Wahlzettel: Wer wird Nachfolger des Präsidenten in Kiew?

Die Amtszeit von Wolodymyr Selenskyj hätte 2024 enden sollen, doch das ukrainische Gesetz verbietet Präsidentschaftswahlen, solange das Kriegsrecht gilt. Das US-Magazin Newsweek erstellt trotzdem schon eine Liste möglicher Nachfolger - und darauf stehen vier Namen, die Kiew auswendig kennt.

Es sind der frühere Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee Walerij Saluschnyj, der Leiter des Präsidialamts Kyrylo Budanow, der frühere Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und der einstige Präsident Petro Poroschenko. Ein Teil der russischen Medien betont, Budanow und Poroschenko stünden auf russischen Listen von Personen, die als Terroristen und Extremisten eingestuft sind - das ist aber eine russische Rechtsklassifizierung, keine internationale Anerkennung.

Der General führt beim Vertrauen

Saluschnyj, heute Botschafter in Großbritannien, genießt laut einer Umfrage der soziologischen Gruppe Rating das größte Vertrauen aller genannten Politiker. In der Befragung vom 3. bis 5. Oktober 2026 vertrauen Saluschnyj 64 Prozent der Befragten, Selenskyj 53 Prozent.

Doch Vertrauen und Stimme sind nicht dasselbe. In einer hypothetischen ersten Runde der Präsidentschaftswahl käme Selenskyj auf 22,9 Prozent, Saluschnyj auf 20,2 Prozent. Die Menschen vertrauen dem General mehr, und doch bevorzugt der Wahlzettel noch leicht den amtierenden Präsidenten. Wie oft haben wir gesehen, dass Kriegsruhm zu politischem Kapital wird - und wie oft hält dieser Ruhm, wenn der echte Wahlkampf beginnt?

Budanow, Fedorow und Poroschenko

Budanow, der frühere Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, kommt auf ein Vertrauen von 53 Prozent - so viel wie Selenskyj -, in einer hypothetischen ersten Runde aber nur auf 6,7 Prozent. Fedorow, der frühere Verteidigungsminister, hat 7,6 Prozent Unterstützung. Im August regte er an, über Wahlen auch während des Kriegsrechts nachzudenken, was im Land politische Reaktionen auslöste.

Poroschenko, Präsident von 2014 bis 2019 und Chef der Oppositionspartei Europäische Solidarität, bleibt eine schwer belastete Figur. Seine Werte zeigen begrenzte Unterstützung: 24 Prozent vertrauen ihm, ganze 70 Prozent der Befragten nicht. In der ersten Runde käme er auf 7,6 Prozent. Poroschenko war in der Ukraine mit Strafverfahren und Sanktionen konfrontiert.

Wahlen nur mit Waffenruhe

All das ist vorerst nur ein Umfragespiel. Am 11. Oktober erklärte Selenskyj, er sei bereit, Wahlen zu organisieren, wenn Russland einer vollständigen 60-tägigen Waffenruhe zustimmt. Der Kreml lehnte den Vorschlag schon am nächsten Tag ab - Moskau wolle ein umfassendes und langfristiges Friedensabkommen, nicht nur eine vorübergehende Feuerpause.

Die Frage, wer in Kiew auf dem Stuhl sitzen wird, entscheiden also weder Newsweek noch eine Umfrage. Sie entscheidet sich an dem Tag, an dem die Waffen schweigen - und diesen Tag sieht vorerst niemand.