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Wechseljahre und Bauch: Eine Endokrinologin erklärt, wann Blähungen Gas sind, wann Wasser und wann Fettgewebe, das leise Entzündungen antreibt

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Wechseljahre und Bauch: Eine Endokrinologin erklärt, wann Blähungen Gas sind, wann Wasser und wann Fettgewebe, das leise Entzündungen antreibt

„Das ist das Alter.“ Der Satz, den viele Frauen nach vierzig hören, wenn sie sagen, ihr Bauch sei aufgebläht, die Hose kneife plötzlich, etwas sei nicht mehr wie früher. Die Madrider Endokrinologin Celia Gonzalo Glaze bietet eine bessere Antwort: Die Wechseljahre verändern den Bauch tatsächlich, aber nicht jede Blähung kommt von den Hormonen - und genau dieser Unterschied ist wichtig.

Was tatsächlich passiert. In der Perimenopause arbeiten die Eierstöcke unregelmäßig und das Progesteron sinkt, was die Verdauung verlangsamen kann. Das Östrogen schwankt und beeinflusst, wie viel Wasser der Körper speichert. Doch Blähungen können auch Verstopfung, bestimmte Lebensmittel oder ein empfindlicher Darm verursachen. Deshalb warnt die Ärztin: „Blähungen, die neu, anhaltend oder zunehmend sind, sollte man nicht automatisch den Wechseljahren zuschreiben.“

Das Fett, das man nicht sieht. Weniger Östrogen bedeutet, dass sich Fettgewebe leichter um die Organe ablagert - das ist viszerales Fett. Es hängt mit chronischen niedriggradigen Entzündungen und geringerer Insulinempfindlichkeit zusammen. Das Problem: Diese Entzündung hat keine klaren Symptome und lässt sich laut der Ärztin nicht am Aussehen des Bauches diagnostizieren. Gas, Blähungen und Wassereinlagerungen sind das eine. Systemische Entzündung ist etwas völlig anderes.

Wie man sie unterscheidet. Blähungen durch Gas verändern sich im Tagesverlauf und sind nach dem Essen schlimmer. Eingelagertes Wasser zeigt sich oft auch an Händen und Knöcheln, mit schnellen Schwankungen auf der Waage. Bauchfett wächst langsam und bleibt - die Taille wird allmählich breiter. Beim Arzt kann die Untersuchung auch eine Messung der Körperzusammensetzung umfassen, etwa per DXA, mit der sich das viszerale Fett abschätzen lässt.

Was hilft. Langsam essen, keine übergroßen Mahlzeiten, weniger kohlensäurehaltige Getränke. Herausfinden, welche Lebensmittel oder Süßstoffe blähen - aber ohne ganze Lebensmittelgruppen ohne fachlichen Rat zu streichen. Bei Verstopfung Ballaststoffe schrittweise steigern, mit genug Wasser. Wer Wasser einlagert: weniger Salz und Alkohol. Muskeln erhält man mit genug Eiweiß und Krafttraining, ein Spaziergang nach dem Essen hilft der Verdauung. Das Ziel: 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche und Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche.

Wann man nicht warten darf. Blähungen, die plötzlich auftreten, mehrere Wochen anhalten oder sich verschlimmern - besonders nach fünfzig - und mit schnellem Sättigungsgefühl, Bauch- oder Beckenschmerzen, breiterer Taille oder häufigerem Wasserlassen einhergehen, gehören untersucht. Ebenso ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen beim Stuhlgang oder vaginale Blutungen nach der Menopause. Geschwollene Beine mit Atemnot erfordern eine dringende Abklärung. Auch Verstopfung, Zöliakie und eine Schilddrüsenunterfunktion gehören zu den Ursachen, die ausgeschlossen werden sollten.

Wie oft war „das ist das Alter“ das Ende des Gesprächs statt sein Anfang? Die Wechseljahre sind keine Krankheit, aber auch keine Ausrede, die alles abdeckt. Ein Bauch, der sich verändert, ist ein Grund für eine Frage - und für eine Ärztin oder einen Arzt, die die richtige stellen.