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Es gibt Bräute, die wie aus dem Katalog aussehen wollen, und es gibt Bräute, die wie aus einer anderen Zeit aussehen wollen. Claudia, die Marc in einem katalanischen Haus aus dem Jahr 1952 heiratete, gehört zur zweiten Gruppe - ihr Brautkleid war von den Zwanzigern und der Art-déco-Ästhetik inspiriert, fern vom üblichen weißen Kodex.
„Ich wollte etwas, das aus dem Gewohnten ausbricht, und ließ mich von Vintage-Designs inspirieren", erzählt die Braut. Das Kleid, ein Werk des Designers Ze Garcia, hatte einen asymmetrischen Ausschnitt und eine fließende Silhouette. Doch das stärkste Detail war nicht das Kleid selbst - sondern ein Manila-Tuch mit Stickerei und Fransen, darübergelegt, das ihr einen bohèmehaften, romantischen Stempel verlieh, wie man ihn auf modernen Hochzeiten selten sieht.
Statt eines traditionellen Schleiers trug Claudia während der Zeremonie eine Seidenkappe. Der Grund war ebenso praktisch wie ästhetisch: Sie wollte ihre natürlichen, offenen welligen Strähnen behalten statt einer hohen Frisur, und so verlieh ihr die Seidenkappe Feierlichkeit, ohne das Haar hochstecken zu müssen. Manchmal ist die mutigste Entscheidung schlicht, man selbst zu bleiben.
Die Details vollendeten die Geschichte. Sandalen aus Nappaleder mit dickem Absatz für den Komfort, ein zweites, kürzeres Kleid mit Vintage-Stiefeln für die Feier, natürliches Make-up und ein Strauß aus gewundenen Alpenveilchen. Die Dekoration spielte auf neutrale Töne - Weiß und Beige - gebrochen von dunkelroten Blumenarrangements.
Bei uns ist eine Hochzeit eine ernste Sache, eine Feier, an die man sich jahrzehntelang erinnert, und gerade deshalb bedeuten solche Entscheidungen mehr, als sie aussehen. Wenn eine Braut Geschichte statt Glanz wählt, flieht sie nicht vor der Tradition - sie wählt, welche Tradition sie trägt. Und ein Manila-Tuch, bestickt und mit Fransen, trägt mehr Geschichte als jedes neue, nach der letzten Mode genähte Kleid.
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