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Irland wächst um 3,9 Prozent, Deutschland, Frankreich und Italien je um 0,2: Europas Motoren laufen im Leerlauf, und das erreicht auch diese Region

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Irland wächst um 3,9 Prozent, Deutschland, Frankreich und Italien je um 0,2: Europas Motoren laufen im Leerlauf, und das erreicht auch diese Region

Die Daten für das zweite Quartal 2026 haben Europas Wirtschaftskarte auf den Kopf gestellt. Die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Europäischen Union ist Irland, mit einem Quartalswachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,9 Prozent. Weit dahinter liegen Litauen mit 1,7 und Schweden mit 1,4 Prozent.

Und die drei größten Volkswirtschaften - Deutschland, Frankreich und Italien - wachsen um je 0,2 Prozent. Jede einzelne für sich.

Belgien und Österreich bewegten sich gar nicht: null.

Der Durchschnitt der Eurozone liegt bei 0,4 Prozent im Quartal und 1,0 Prozent im Jahr. Für die gesamte Union sind es 0,5 und 1,2 Prozent.

Warum Irland

Das irische Ergebnis fällt nicht vom Himmel. Seit Jahren ist dieses Land die europäische Adresse großer amerikanischer Konzerne - niedrige Steuern, Zugang zum Binnenmarkt, englische Sprache, ein entwickelter Technologie- und Pharmasektor. Wenn diese Konzerne Umsätze verbuchen, springt das irische BIP.

Doch genau diese Abhängigkeit heißt: Die Zahl muss mit beiden Augen gelesen werden. Das Wachstum folgt auf eine Phase der Kontraktion und spiegelt weitgehend die Aktivität von Konzernen wider, nicht einen besseren Lebensstandard irischer Haushalte. Irland wächst auf dem Papier schneller, als es seine Bürger zu Hause spüren.

Was die Verteilung sagt

Hinter dem gesamten Quartal steht eine strukturelle Tatsache, die mehr wiegt als die Rangliste: Das Wachstum im zweiten Quartal trugen die Nettoexporte, während der Konsum abflachte und die Investitionen fielen. Wenn eine Wirtschaft wächst, weil sie exportiert, und nicht, weil ihre Bürger konsumieren und ihre Firmen investieren, dann ist das Wachstum auf dünnen Beinen.

Für den Balkan hat die Geschichte einen direkten Faden. Deutschland, Frankreich und Italien sind die wichtigsten Exportmärkte der Region und die wichtigsten Ziele derjenigen, die zum Arbeiten weggegangen sind. Wenn diese drei Volkswirtschaften um 0,2 Prozent wachsen, steigen die Aufträge an die Werke hier nicht, und das Gespräch über neue Investitionen wird schwieriger. Das ist keine Vermutung - das ist die direkte Folge der Zahl.

Die kleinen Mitgliedstaaten haben also erneut bewiesen, dass Größe nicht entscheidend ist. Die Frage ist, wie lange die europäische Wirtschaft auf dem Rücken einiger Länder mit je drei Millionen Einwohnern wachsen kann, während die Motoren mit 0,2 laufen.