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Großfürst Georgi Romanow öffnete seinen Palast in Rom: 16. Jahrhundert, zwei Schritte vom Pantheon, und eine Familie ohne Thron

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Ein Palast aus dem 16. Jahrhundert, einen Schritt vom Pantheon entfernt, errichtet aus Materialien, die aus den Ruinen heidnischer Tempel stammen. Diese Mauern wissen mehr als alle europäischen Geschichtslehrbücher - und heute lebt darin Großfürst Georgi Romanow mit Frau Victoria und zwei Kindern.

Er sitzt nicht auf einem Thron. Niemand sitzt heute auf dem russischen Thron - der letzte Zar Nikolaus II. wurde 1918 in Jekaterinburg ermordet, und seine Enkel, Urenkel und Ururenkel leben in ganz Europa mit Titeln, die heute Teil der Geschichte sind, nicht der Politik. Georgi Romanow übernimmt die Rolle des Oberhaupts des Russischen Kaiserhauses in einer Form, die er selbst als "Verantwortung, nicht Anmaßung" beschreibt. Er kämpft nicht für eine Restauration - er kämpft für die Bewahrung von Kultur und Erinnerung.

Die Terrasse des Palastes mit antiker Statue und Esstisch

Der Palast in Rom ist 20 Jahre älter als die Entdeckung Amerikas - und der Turm sogar älter. Er wurde aus Steinen errichtet, die aus den Ruinen alter römischer und heidnischer Tempel gezogen wurden, eine typisch mittelalterliche Praxis in Rom. Als Victorias Eltern ihn in den 1970er Jahren kauften, hatte er weder Wasser noch Strom. Gekocht wurde über offenem Feuer. Die Restaurierung dauerte Jahre.

Sieben Salons, jeder mit eigener Geschichte

Der Rote Salon ist die Bühne für die visuelle Vorstellung dessen, was "authentisch römisch" ist - venezianische Tapisserien, Renaissance-Gemälde, römische Büsten, ein Terrakotta-Boden aus Minturno. Die Bibliothek hat zwei Etagen, Inkunabeln, seltene Bücher, rote Polsterung und wieder venezianische Tapisserien. Der Hauptsalon hat ockerfarbenes Damast, Engelstatuen, Barockgemälde und einen Bargueño aus dem 17. Jahrhundert.

Der Weiße Salon hat ein französisches Lit-bateau-Bett. Der mittelalterliche Turm ist die Familienzuflucht. Auf der Terrasse stehen hundertjährige Oliven- und Zitronenbäume, antike Statuen und ein römischer Brunnen. Alles ist wie in einem Film angeordnet - und alles ist echt.

Der Hauptsalon mit Renaissance-Gemälden und ockerfarbenem Damast

Victoria und Georgi haben zwei Kinder: Alexander (3 Jahre) und Kira Leonida (wird am 2. Juni 1). Die Familie verbringt etwa drei Monate im Jahr in Rom - den Rest leben sie zurückgezogen. "Wir wollen, dass die Kinder in Anonymität aufwachsen", sagt Georgi. "Nicht mit Titeln, sondern in einem Haus mit Großeltern."

Sie selbst vergleichen ihre Rolle mit den spanischen Königen - und das nicht zufällig. Im Interview für den Originalbericht betont Victoria, dass sie Felipe und Letizia als Beispiel sieht, wie eine königliche Familie nah an den Bürgern sein kann und gleichzeitig institutionelles Gewicht behält.

Die Hochzeit von Georgi und Victoria war die erste königliche Hochzeit in der Romanow-Dynastie seit einem Jahrhundert - 2021 in Sankt Petersburg. Es war keine politische Erklärung. Es war eine Feier in einem Land, das noch nicht weiß, was es mit seiner eigenen dynastischen Geschichte anfangen soll.

Die Familie blickt mit stillem Optimismus in die Zukunft. Georgi hat philanthropische und kulturelle Initiativen als seine Hauptarbeit übernommen - nicht Aktivismus für politische Veränderungen, sondern Unterstützung für orthodoxe Kirchen, Museen, Restaurierungen. Vaterschaft, wie er selbst sagt, hat ihn gelehrt, dass Kinder keine Titel brauchen. Sie brauchen Zeit.

Auf dem Balkan ist das interessant, weil auch unsere Geschichte voller Königshäuser ist - die Karađorđević in Serbien, die Glücksburger in Griechenland. Alle existieren heute als Familien, nicht als Institutionen. Romanows in Rom ist eine Version derselben Frage: was ist eine königliche Familie ohne Thron? Die Antwort - Hüter der Erinnerung, kulturelle Autorität und ein Palast, der so alt ist wie Kolumbus.