Skip to content

Tataki vom Thunfisch: japanische Technik mit fünf Sekunden Anbraten und hochwertigem Fisch - alles andere sind Regeln, die man nicht umgehen kann

1 Min. Lesezeit
Teilen

Tataki ist eine japanische Technik mit doppeltem Ruf. Lange Zeit war es das, was man in „Fusion"-Restaurants bestellte, um zu zeigen, „wir wissen etwas" - jetzt ist sie zurück, ohne Pomp, und in der heimischen Küche. Das Prinzip ist einfach: Fisch oder Fleisch wird bei sehr hoher Hitze nur wenige Sekunden pro Seite angebraten, das Innere bleibt roh. Die Scheibe ist dünn, die Außenseite ist angebraten, die Mitte ist roh. Der Kontrast ist alles.

Jetzt ist Saison für frischen Thunfisch, also ist jetzt Saison für Tataki. Das klassische Rezept verwendet Thunfisch, aber die Technik funktioniert mit Schwertfisch, Lachs und mit rohem Fleisch für jene, die Rindertataki wollen. In allen Fällen sind die Regeln dieselben - und sie können nicht übersprungen werden.

Erstens: hochwertiger frischer Thunfisch<\/strong>. Keine Verhandlung. Nicht tiefgefroren, nicht „der vom Montag, der geht schon". Die besten Stücke sind lomo (Rücken) und lomito (Filetstück). Je hochwertiger, desto kürzer das Garen. Supermarkt-Thunfisch - nicht der Mühe wert.

Zweitens: ein scharfes Messer<\/strong>. Tataki muss dünn geschnitten werden - 4-5 Millimeter. Ein stumpfes Messer reißt das Fleisch und macht es zerfasert. Der Schnitt muss sauber sein, eine Bewegung, und quer zur Faser - nicht entlang.

Drittens: hohe Hitze, kurze Zeit<\/strong>. Die Pfanne muss kurz vor dem Rauchen sein. Der Thunfisch geht nur wenige Sekunden pro Seite hinein - buchstäblich bis fünf zählen. Das Innere muss roh bleiben, die Außenseite dunkel. Ist der Thunfisch in der Mitte blass, ist er zu lange gebraten - dann ist es Steak, nicht Tataki.

Vorbereitung: den Thunfisch trocknen<\/strong>. Mit einem Küchenpapier die Feuchtigkeit entfernen, bevor er die Pfanne berührt. Feuchter Thunfisch brät nicht - er gart im Dampf. Optional verleiht eine leichte Marinade aus Soja, Ingwer oder Zitrus vor dem Braten Tiefe, sie ist aber nicht zwingend.

Beim Servieren machen alle Fehler. Tataki passt nicht zu allem - es passt zum Kontrast<\/strong>. Zitrusfrüchte (Zitrone, Orange, Grapefruit), Sojasauce, Sesam, Wasabi, Algen, Mango oder Avocado. Die Idee ist eine: die fettige Rohheit des Thunfischs gegen etwas Scharfes oder Frisches. Ohne das ist Tataki leer.

Tataki ist keine Fantasie eines teuren Restaurants. Es ist eine Technik, die hochwertigen Fisch, ein scharfes Messer und fünf Sekunden Konzentration verlangt. Der Rest fühlt sich an wie ein ahnungsloser Gourmet in genau jenen Sekunden, in denen Sie die erste Scheibe schneiden - wenn Sie sehen, dass nicht Sie das getan haben, sondern - die Zutaten selbst sich gezeigt haben.