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Animal Flow: Training, in dem sich der Körper wie ein Tier bewegt - und die Fitnessindustrie kann zum ersten Mal nichts dafür verkaufen

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Barbara Lennie, die spanische Schauspielerin, bekannt für ernste Rollen und zunehmend weniger ernste Fitnessinterviews, hat dem Training einen Namen gegeben, das in den letzten Jahren leise in die Bewegungsstudios einzieht: Animal Flow<\/strong>. Und der Name lügt nicht - das Training verlangt vom Körper tatsächlich, sich wie ein Tier zu bewegen. Schnell, tief, über den Boden, ohne Maschinen.

Das System wurde 2010 von Mike Fitch entwickelt. Das Konzept ist einfach: Statt eine Muskelgruppe zu isolieren und Gewicht zu heben, bewegt man sich wie ein Netz in einem einzigen Bündel - Handgelenke, Schultern, Rücken, Bauch, Hüfte, Beine - alle gleichzeitig. Für jemanden, der acht Stunden am Tag vor dem Computer sitzt, ist es nahezu therapeutisch. Für jemanden, der glaubt, Fitness sei nur Laufen und Liegestütze, ist es eine Überraschung.

Die Struktur hat sechs Komponenten: Gelenkmobilisationen, Aktivierungen, gezielte Dehnungen, Formen zum Verlagern, Übergänge und Flows - flüssige Sequenzen, in denen Bewegungen ineinander übergehen. Wenn man es sieht, wirkt es wie eine Mischung aus Gymnastik, Breakdance und Parkour. Wenn man es ausprobiert, fühlt es sich an wie der erste Tag im Sportverein für einen Siebenjährigen, der dachte, es würde leicht.

Laut Amaya León, Expertin für Schönheit und Fitness, ist die Methode „super effektiv" für Bauch, Rücken, Arme und Schultern - und gleichzeitig unterhaltsam, was selten ist in einer Kategorie von Übungen, die Spannung im ganzen Körper verlangen. Und genau diese Spannung ist der Punkt: keine einzige Bewegung ist in einer bequemen Position. Der ganze Körper trägt und arbeitet gleichzeitig.

Das Marketing der Methode verspricht alles - bessere Mobilität, Flexibilität, Kraft, Power, Ausdauer, Koordination. Doch wirklich interessant ist der Test: Wenn man die Tierformen ausführt, zeigt der Körper, wo keine Kraft ist, wo keine Stabilität ist, wo sich die Disbalancen aus Jahren des Sitzens versteckt haben. Lügen geht nicht - der Boden lässt es nicht zu.

Auf dem Balkan dreht sich die Fitnessindustrie noch immer um Gewichte und Laufbänder. Animal Flow wird vielen wie etwas erscheinen, wofür New York 80 Dollar pro Sitzung verlangen wird - und damit haben sie recht, so sieht es aus. Aber die Methode verlangt nichts. Ein Raum so groß wie eine Matte, eine Zeit so lang wie 20 Minuten, und ein Körper, der bis dahin glaubte, in Form zu sein. Den Rest erledigt der Boden.