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Prilep: 37 Durchsuchungen, ein Schließfach mit über 50.000 Euro und vier Polizisten unter Verdacht - wie konnten sich die „Unantastbaren“ 15 Jahre halten?

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Prilep: 37 Durchsuchungen, ein Schließfach mit über 50.000 Euro und vier Polizisten unter Verdacht - wie konnten sich die „Unantastbaren“ 15 Jahre halten?

Der Direktor des Büros für öffentliche Sicherheit, Aleksandar Janev, kam mit einem schlagzeilenfertigen Satz nach Prilep: „Der Mythos von den Unantastbaren in Prilep ist endlich gefallen.“ Die Zahlen, die er mitbrachte, sind ernster als der Slogan: 37 durchsuchte Orte, Strafanzeige gegen 21 Personen, 14 Verdächtige in Haft für bis zu 30 Tage und vier weitere im Hausarrest.

Der letzte, 37. Ort war weder Wohnung noch Lager, sondern ein Bankschließfach in Prilep. Darin fand die Polizei mehr als 50.000 Euro, zudem wurden Kraftfahrzeuge beschlagnahmt. Die Aktion begann am 30. September nach monatelangen Ermittlungen in Prilep, Skopje und Struga. Laut Innenministerium wurde eine 21-köpfige Gruppe - 20 Personen aus Prilep und eine aus Skopje - zerschlagen, die des illegalen Drogenhandels und der Wirtschaftskriminalität verdächtigt wird.

Vier Durchsuchungen bei Polizisten

Das unangenehmste Detail nannte Janev selbst: Von den 37 Durchsuchungen betrafen vier Polizeibeamte der Abteilung für innere Angelegenheiten Prilep. Sie sind nicht Teil der Strafanzeige gegen die 21 Personen, da die interne Kontrolle des Innenministeriums gegen sie ermittelt. Mit anderen Worten: Ein Teil des Verdachts führt genau zu den Leuten, die das Netzwerk hätten verfolgen sollen.

Laut Janev bauten die Verdächtigen das Netzwerk für Verkauf und Vertrieb von Drogen über mehr als 15 Jahre auf. Fünfzehn Jahre sind eine lange Dienstzeit für „Unantastbarkeit“. Wer hat hingeschaut und nichts gesehen? Diese Frage findet sich bislang in keiner einzigen Mitteilung.

Der Direktor kündigte eine verstärkte Polizeipräsenz in Prilep an und rief die Bürger auf, keine „stummen Beobachter“ zu sein. Die Polizei will auch mit Gastronomen zusammenarbeiten, von denen nach Janevs Einschätzung „sicher ein großer Teil“ Erfahrungen mit den Verdächtigen gemacht habe. Ein interessantes Eingeständnis. Wenn die Gastronomen es wussten, wie konnten die Institutionen es jahrelang nicht wissen?

In derselben Erklärung behauptet Janev, die Sicherheitslage in Prilep sei „günstig“ und die schwere Kriminalität rückläufig. Diese beiden Sätze stehen nur in einer Polizeiansprache friedlich nebeneinander: ein Netzwerk, das laut der Polizei selbst seit mehr als 15 Jahren Drogen verkauft, und eine Stadt, die statistisch ruhig ist.

Die Ermittlungen gehen weiter, und laut Janev sind weitere Verdächtige nicht ausgeschlossen. Die Maßnahmen des Gerichts dienen der Sicherung der Anwesenheit, sie sind keine Urteile - alle Betroffenen sind vorerst Verdächtige. Der wahre Test für den „Fall des Mythos“ wird nicht die Zahl der Durchsuchungen sein, sondern ob der Fall vor Gericht landet - auch für die vier in Uniform.