Die Steinpuppen hatten ihre eigene Mautstelle: Haft für die Frau, die Kuklica besetzte
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12.04.2026
Stojna D. aus Kratovo verhielt sich jahrelang so, als gehöre ihr etwas, das nie ihres war. Die Steinpuppen bei Kuklica sind kein Privatbesitz. Sie sind ein geschütztes Naturdenkmal - eine Millionen Jahre alte geologische Formation, bis heute eines der bekanntesten Naturerbe-Objekte des Landes. Sie kassierte trotzdem Eintritt von Touristen, als betreibe sie einen Parkplatz vor dem eigenen Hof.
Das Gericht ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kumanovo Untersuchungshaft an. Der Vorwurf betrifft nicht nur das illegale Kassieren. Beim jüngsten Vorfall griff die 41-Jährige Polizeibeamte körperlich an, die sie identifizieren und festnehmen wollten. Der Tatvorwurf lautet „Behinderung eines Amtsträgers bei der Ausübung seiner Dienstpflichten" nach Artikel 382 des Strafgesetzbuches - zusätzlich zum laufenden Verfahren wegen fortgesetzter Usurpation.
Das Verbot existierte. Durchgesetzt hat es niemand.
Das ist der Punkt, der wehtut. Ein Verfahren gegen sie lief bereits, das Gericht hatte Vorsichtsmaßnahmen verhängt - darunter ein ausdrückliches Verbot, den Ort zu betreten. In ihrem offiziellen Schreiben hält die Staatsanwaltschaft fest, dass sie es „vermeidet, den Beschluss anzunehmen und zu befolgen". Anders gesagt: Der Staat schrieb ein Papier, und die Frau kassierte weiter Eintritt, als wäre nichts.
Wie lange muss ein Verbot bestehen, bis es mehr bedeutet als einen Stempel auf einem Dokument? Bereits im Juni bestätigte die Gemeinde Kratovo, der Ort sei „rechtswidrig und grundlos usurpiert" worden - durch den Verein „Izvor" und durch Privatpersonen, die laut Mitteilung unbefugt verwalteten, sich Rechte anmaßten, die ihnen nicht zustanden, und illegal am Ticketverkauf verdienten, während sie Besucher durch Einschüchterung und Drohungen mit Hunden gefährdeten.
Alles war also bekannt. Seit Juni. Mit Namen, mit Tatbeschreibung, mit offizieller Bestätigung der Gemeinde. Es brauchte zwei weitere Monate und einen tätlichen Angriff auf Polizisten, bis das System endlich mit Haft reagierte.
Die Steinpuppen sind einer jener Orte, die Mazedonien auf Postkarten und in Tourismuskampagnen setzt. In der Praxis bewachte den Eingang bis gestern jemand ohne jede rechtliche Verbindung zum Ort. Die Frage ist nicht, warum sie das tat - das liegt auf der Hand. Die Frage ist, warum sie es so lange konnte.
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