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Zweiundzwanzig Tage Fäkalien in der Wasserleitung: Gostivar hat auch nach 19 Tagen kein Trinkwasser

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Zweiundzwanzig Tage Fäkalien in der Wasserleitung: Gostivar hat auch nach 19 Tagen kein Trinkwasser

Der neunzehnte Tag, seit das Wasser in Gostivar als nicht trinkbar gilt. Innenminister Panche Toshkovski sagte nach der Sitzung des Krisenstabs, was die Stadt längst weiß: Es gibt weiterhin kein Wasser, das als sicher eingestuft werden kann. Nutzbar ist es nur technisch - für Körperhygiene und Reinigung im Haushalt.

Damit das Verbot fällt, braucht es drei aufeinanderfolgende einwandfreie Analysen von allen Messpunkten. Das Institut für öffentliche Gesundheit, die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen sowie die Fachleute des Wasserwerks erhöhen die Zahl der Messungen. In den vergangenen 24 Stunden wurden im Krankenhaus von Gostivar 78 Menschen mit Symptomen untersucht - eine sinkende Zahl, die aber weiterhin bedeutet, dass Bürger täglich wegen Leitungswasser zum Arzt gehen.

Der Appell, der alles sagt: Lasst das Wasser laufen

Toshkovski appellierte an die Bürger, das Wasser so viel wie möglich durch die Hähne laufen zu lassen, denn neben der Hyperchlorierung ist das der einzige Weg, die Reinigung des Netzes zu beschleunigen. Mitten in der trockensten und heißesten Phase des Jahres lautet der offizielle Rat also: Verbraucht Wasser, um es zu säubern.

In mehreren Proben wurde das Bakterium Pseudomonas aeruginosa gefunden. Emilija Anevska, Leiterin des Labors des Skopjer Wasserwerks, sagt, sein Auftreten sei nicht unerwartet - es entsteht aus stehendem Wasser in Rohren, das nicht abfließt. Die Erklärung ist technisch und sie stimmt. Aber das ist ein zweites Problem, das sich auf das erste legt, und das erste war weit schlimmer.

Zweiundzwanzig Tage Fäkalien im städtischen Wassernetz

Das ist die Zahl, die in den Tagesberichten nicht verloren gehen darf. Das Wasser ist seit dem 17. Juli gesperrt, nachdem die Behörden feststellten, dass die Pumpen 22 Tage lang fäkalienbelastetes Wasser in das städtische Netz eingespeist hatten. Am 19. Juli wurde eine Epidemie ausgerufen. Am 21. Juli erklärte die Regierung einen 30-tägigen Krisenzustand.

Zweiundzwanzig Tage. Nicht zwei, nicht fünf - zweiundzwanzig. So lange lief eine Anlage falsch, ohne dass es jemand bemerkte, in einer Stadt mit Zehntausenden Einwohnern. Bis zum 3. August erreichte die Zahl der registrierten Fälle 4.762 Personen.

Jetzt wird gemessen, chloriert, gespült, berichtet. Alles davon ist richtig und alles davon kommt, nachdem der Schaden entstanden ist. Der Krisenstab funktioniert tadellos - aber der Krisenstab existiert, weil die reguläre Kontrolle nicht existierte. Wer wird für diese 22 Tage geradestehen?