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13 Polizisten auf der Anklagebank wegen Puls: Wir sind nicht schuldig, wir haben alles getan, was wir konnten

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Zwei Monate nach Beginn der Vorermittlungen beginnt der Prozess gegen 13 Polizisten, die wegen der Disko „Puls" in Kočani angeklagt sind, endlich. Alle 13 bestreiten die Schuld. Alle 13 behaupten - „Wir haben alles getan, was wir konnten."

Das ist der Satz, den die Familien der 63 Toten erneut hören. Heute nicht in der Polizeiwache, nicht am Telefon, nicht in einem Medium - in der Hauptverhandlung.

Die Anklage beschreibt die konkreten Versäumnisse. Staatsanwältin Spasenka Andova behauptet, der Einsatzplan sei „nicht offiziell genehmigt" worden. Es habe keine vorherige Ortsarbeit gegeben. Die Polizisten hätten „keinen ausreichenden Schutz und keine Evakuierung" der Menschen im Objekt gewährleistet.

Laut Anklageschrift hat jeder der Angeklagten mit „seinen Handlungen oder Versäumnissen" zu den schweren Folgen beigetragen. 63 Tote. Etwa hundert Verletzte. Familien, die noch immer ein Wort suchen - „schuldig".

Die Verteidigung geht einen anderen Weg. Anwalt Zoran Zafirovski behauptet, die Anklage sei „unklar und unvollständig". Er erklärt, sein Mandant habe die ihm zugewiesenen Aufgaben erfüllt - Ausweiskontrollen, Überwachung des Alkoholausschanks an Minderjährige. Ein anderer Anwalt sagt, die Polizei sei „nur wenige Minuten" im Lokal gewesen - ohne Möglichkeit zu wissen, dass dort Pyrotechnik liegt.

Richterin Fanka Jančuleva-Mihailovska hat Anträge auf ihre Ablehnung und auf Vertagung der Hauptverhandlung abgewiesen. Der Fall geht weiter. Die Hauptverhandlungen starten.

Der Verein „16. März 2025" - gegründet von den Eltern der toten Kinder - fordert klare Verantwortung. Nicht nur grundsätzlich. Sondern - wer. Mit Name und Familienname. Mit konkretem Versäumnis. Mit konkreter Folge.

Mazedonien hat zwei Monate gewartet, bis das Gericht mit den 13 Polizisten beginnt. Jetzt sind sie im Saal. Aber das ist nur einer von drei Prozessen, die geführt werden müssen - für die Polizei, für die Feuerwehrleute und für die Konzessionäre. 14 Monate nach der Tragödie verlangen die Eltern keine Rache. Sie verlangen die Wahrheit. Und das ist der Unterschied zwischen einem Staat, in dem die Justiz funktioniert - und einem, in dem Gerechtigkeit eine politische Entscheidung ist.