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Der 8. Arrondissement in Paris: Champs-Élysées, Monet und Mont Blanc - das Viertel, das einen zum Mehrgeben drängt

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Paris als Stadt ist riesig. Paris als Erlebnis - das hängt davon ab, durch welches Arrondissement man ihn öffnet. Der 8. Arrondissement (le 8e arrondissement) ist ohne viel Diskussion das sichtbarste und repräsentativste Viertel der Stadt: Champs-Élysées, Triumphbogen, Place de la Concorde mit dem Obelisken, Élyséepalast (Wohnsitz des französischen Präsidenten).

Alles, was in der französischen Politik geschieht, geht durch diese Straßen. Und alles, was teuer gekauft wird, ebenfalls.

Zur Unterkunft heben Einheimische das Hotel Splendid Royal hervor - 12 Zimmer, das italienische Restaurant La Tosca mit zwei Michelin-Sternen. Teuer, aber ohne aufgeblasenen Pomp. Die Alternative für alle, die kein Budget für ein Boutique-Hotel haben: im Viertel gibt es klassische Pariser Hotels mit Balkonen über den Straßen - und das gehört zum Erlebnis.

Beim Essen ist die Wahl ernst. La Scène (zwei Michelin-Sterne) für ein Abendessen, das man behält. Le Griffonier für Steak Tatar - eine klassische französische Institution ohne zu viel Pose. Le Mess für echte französische Küche ohne Allüren. Am Tagesende Angelina Paris, ein Café mit Geschichte aus 1903, bekannt für sein Dessert „Mont Blanc". Das ist Tee, nicht nur ein Snack - eine Tradition aus der Zeit von Hemingway und Coco Chanel.

Was sehen? Die Madeleine-Kirche, die innen wie ein antiker Tempel hallt. Die Tuileriengärten - von André Le Nôtre für Caterina de' Medici angelegt. Und vielleicht am wichtigsten, das Musée de l'Orangerie, das Monets „Seerosen" in zwei eigens dafür gebauten ovalen Sälen aufbewahrt. Diese acht Leinwände sind ein anderes Erlebnis als die im Orsay - weniger touristisch, meditativer.

Für einen Besucher vom Balkan birgt der 8. Arrondissement eine spezifische Versuchung - er hat Preise wie Prag mal drei und eine Atmosphäre, die einen mehr ausgeben lässt, als geplant. Das ist die Idee des Viertels. Nicht unverbraucht weggehen. Sondern mit dem Gefühl gehen, dass man einmal im Leben Teil von etwas Ernsterem war als dem, in dem man täglich lebt.

Ist das real oder eine Illusion? Beides. Und genau deshalb funktioniert Paris weiterhin.