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Siebzigster Tag des Iran-USA-Kriegs: Hormus in Flammen, VAE getroffen, Trump beharrt darauf, dass die Waffenruhe hält

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Am siebzigsten Tag des US-iranischen Konflikts brennt die Straße von Hormus erneut. Die USA haben iranische Militärziele angegriffen - Raketen- und Drohnenwerfer, Kommandozentren, Aufklärungszentren. Laut amerikanischem Militärbericht war es Vergeltung für den iranischen Angriff mit Raketen, Drohnen und Schnellbooten auf drei amerikanische Zerstörer, die durch die Meerenge passierten.

Der Iran widerspricht der amerikanischen Version. Laut Teheran haben die USA zuerst die Waffenruhe gebrochen - mit Raketenangriffen auf Tanker nahe Bandar Jaask, danach mit Angriffen auf zivile Gebiete in Bandar Hamir, Sirik und der Insel Qeshm. Welche Version kommt der Wahrheit näher? Wie in jedem Krieg behaupten beide Seiten, die andere habe zuerst die Regeln gebrochen. Wie in jedem Krieg ist niemand in der Lage, das objektiv zu überprüfen.

Diesmal greift der Konflikt auf den Golf über. Das Verteidigungsministerium der VAE meldete, die Luftabwehr habe iranische Raketen und Drohnen abgefangen. Im ganzen Land waren Explosionen zu hören. Das bedeutet eines: die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls fließen, ist wieder eine aktive Kriegszone. Und es geht nicht mehr nur um Iran und die USA - jetzt sind die Golfstaaten direkt beteiligt.

US-Präsident Trump behauptet, „die Waffenruhe hält". Die Aussage steht im offensichtlichen Widerspruch zur Tatsache, dass in derselben Nacht Raketen und Drohnen gestartet wurden und Tanker getroffen wurden. Vielleicht erklärt eine präzise Definition von „Waffenruhe" alles - aber für die Ölmärkte ist das mehr Rhetorik als Realität. Wenn der Brent-Preis in einer Nacht um vier Prozent springt, glaubt niemand, dass alles in Ordnung ist.

Inzwischen trafen amerikanische Schläge iranische Häfen in Qeshm und Bandar Abbas. Regionale Verbündete sollen die Unterstützung für die Initiative „Operation Freiheit" ausgesetzt haben - ein Projekt, das bis vor wenigen Wochen als Säule der proamerikanischen Strategie im Golf galt. Wenn Verbündete sich zurückziehen, ist das das Signal, dass das Eskalationsrisiko unerträglich geworden ist.

Für den Balkan sind die direkten Folgen energetisch. Ölpreise sind bereits gestiegen, und wenn die Straße von Hormus auch nur für einige Tage physisch blockiert wird, werden Benzinpreise in Skopje, Belgrad und Zagreb diese Schocks fast unmittelbar spüren. Der Balkan führt keinen Krieg - aber der Balkan zahlt die Rechnung für Kriege, die er nicht kontrollieren kann. Soll das unsere derzeitige Realität sein, oder kann etwas auf der Ebene regionaler Energiestrategien getan werden? Eine Frage, für die Politiker selten Zeit haben - bis der nächste Schock kommt.