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Tinder bremst Einstellungen, um KI-Tools zu bezahlen: KI frisst künftige Jobs

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Eines der klarsten Beispiele, wie KI Arbeitsplätze umgestaltet, kommt nicht aus dem Silicon Valley - sondern von Match Group, dem Eigentümer von Tinder. CFO Steven Bailey erklärte öffentlich, das Unternehmen verlangsame Einstellungen - um die KI-Werkzeuge für die Belegschaft zahlen zu können.

„Wir machen einen großen Schub bei KI". Übersetzung: jeder Mitarbeiter erhält Zugang zu den fortschrittlichsten Werkzeugen. Der Preis? „Die Werkzeuge kosten viel, und wir zahlen das, indem wir die Einstellungspläne für den Rest des Jahres bremsen." Schwarz auf Weiß: KI ersetzt künftige Stellen, bevor sie überhaupt entstehen.

Den Investoren versprach das Unternehmen, das Ganze sei „kostenneutral" - weniger Neueinstellungen plus mehr KI-Software gleichen sich aus. Mehr noch: KI-Produktivität soll den Umsatz heben. Versprechen oder Wahrheit - die Zeit wird es zeigen. Doch die Logik ist klar: wenn ein Mitarbeiter mit KI die Arbeit von zweien macht, wird der zweite nie eingestellt.

Tinder kämpft derweil ums Überleben. Im ersten Quartal sanken die monatlich aktiven Nutzer um 7% (im Vorjahr 10%). Die Anmeldungen wachsen erstmals seit 2024 - aber nur um 1%. Der Quartalsumsatz liegt bei 864 Millionen Dollar, plus 4% im Jahresvergleich. Prognose fürs nächste Quartal? Niedriger.

Die Balkan-Note: junge Menschen auf dem Balkan steigen wie überall aus Tinder aus und gehen zu „IRL"-Events - Lauftreffs, Lesezirkel, Hobbys, die den Bekanntenkreis erweitern. Das ist ein globaler Trend, kein rein mazedonischer. CFO Spencer Rascoff räumt es ein: „Die Gen Z will verzweifelt in Verbindung treten. Sie weiß, dass sie neue Leute kennenlernen will. Sie will nur, dass es leicht passiert - nicht wie ein Bewerbungsgespräch."

Tinder erkennt: der Algorithmus reicht nicht. Match Group wendet sich eigenen IRL-Events zu. Das ist ein Eingeständnis, dass das Dating-Modell, das sie gebaut haben - swipe links, swipe rechts - generationsmäßig verschlissen ist. Frage: schafft dieses Unternehmen, etwas Neues zu erfinden, oder schaut es zu, wie neue Generationen lieber laufen gehen.