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Ankleidezimmer-Designerin: 65 Prozent des Platzes für hängende Kleidung, 25 für Regale, 10 für Schubladen - und warum tiefer nicht mehr Platz bedeutet

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Ankleidezimmer-Designerin: 65 Prozent des Platzes für hängende Kleidung, 25 für Regale, 10 für Schubladen - und warum tiefer nicht mehr Platz bedeutet

Ein Ankleidezimmer entsteht nicht, indem man die Wände mit Schränken füllt. Amy Thomas, Designdirektorin der Metropolitan Closet Company, nennt die fünf Entscheidungen, die vorher fallen müssen - für mehr Stauraum, Komfort und Ordnung, ohne einen einzigen Zentimeter zu verschenken. Auch wer kein ganzes Zimmer hat, sondern nur einen Schrank im Schlafzimmer: Die Regeln gelten genauso.

Erstens: Inventur der Kleidung, erst dann das Maßband

Klingt widersprüchlich, doch der Ausgangspunkt sind nicht die verfügbaren Quadratmeter. Zuerst muss man wissen, was hinein soll. Überwiegen Hemden und Sakkos? Gibt es viele lange Kleider? Mehr Schuhe oder Taschen? Werden die meisten Pullover gefaltet? „Bevor man ein Ankleidezimmer entwirft, muss man analysieren, was die Person tatsächlich besitzt und wie sie ihre Kleidung aufbewahren und nutzen will“, sagt Thomas. Von dieser Röntgenaufnahme hängt ab, wie viele Stangen, Regale, Schubladen, Schuhgitter und Zubehörteile wirklich gebraucht werden.

Eine universelle Aufteilung gibt es nicht, doch Thomas bietet einen nützlichen Ausgangspunkt: mindestens 65 Prozent des Platzes für hängende Kleidung, etwa 25 Prozent für Regale und ungefähr 10 Prozent für Schubladen. Warum haben Kleiderbügel Vorrang? Weil sich Hängeplatz später am schwersten lösen lässt. Eine Kommode oder ein Schuhregal kann man auch anderswo in der Wohnung unterbringen, Sakkos, Hemden und Kleider stellen dagegen viel konkretere Anforderungen. Die Prozente verschieben sich allerdings je nach tatsächlicher Garderobe - wer eine große Schuhsammlung hat, braucht etwas ganz anderes als jemand, der jeden Tag Anzug trägt.

Zweitens: Tiefer heißt nicht mehr Platz

Das ist laut Thomas einer der häufigsten Fehler: der Glaube, je tiefer das Möbel, desto mehr passt hinein. Im Ankleidezimmer ist es oft umgekehrt. Zu viel Tiefe frisst Bewegungsraum und macht vor allem die Ecken kompliziert, ohne nutzbaren Platz zu bringen. Ihr Rat: Kleidung, die wirklich 55-60 Zentimeter Tiefe braucht - Sakkos, Blazer, Hemden, Blusen, Kleider -, an einer Wand bündeln und für Schuhe, Taschen und gefaltete Kleidung flachere Module verwenden. „Ein gut gestaltetes Ankleidezimmer ist nicht das mit den meisten Möbeln, sondern das, in das mehr passt, das den Alltag erleichtert und in dem man sich bequem bewegt“, sagt sie.

Ankleidezimmer mit Kleiderstange, Regalen und Spiegel

In einem kleinen Ankleidezimmer ist genau das der nützlichste Trick: Die Module sollten nicht gleich tief sein. Mehr Tiefe nur für die Kleidung, die sie braucht, flacher für alles andere - in der Mitte werden Zentimeter frei, und der Raum wirkt breiter. Auch die Höhe zählt. Gefaltete Kleidung sollte nach Möglichkeit etwa auf Augenhöhe liegen, damit man sie leicht findet und greift. Stangen und Zubehör für den täglichen Gebrauch sollten einen nicht ständig zum Strecken oder Bücken zwingen. „In kleinen Räumen heißt gutes Design nicht, jede Lücke zu füllen, sondern dass alles erreichbar, bequem und optisch leicht ist.“

Drittens: Maßanfertigung nur dort, wo sie die Funktion wirklich verändert

Ein maßgefertigtes Ankleidezimmer heißt nicht, dass jedes Element ein Unikat-Maß hat. Die Investition lohnt sich am meisten bei Höhen, Proportionen, Aufteilung und Erreichbarkeit. Kleidungslängen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, ebenso die bequeme Reichweite: Der Mantel eines großen Menschen braucht mehr Länge als der eines kleineren, und baut man beide Bereiche gleich, bleiben Zentimeter ungenutzt. „Das Ankleidezimmer muss sich dem Menschen anpassen, nicht der Mensch dem Ankleidezimmer“, sagt Thomas. Schubladen für Unterwäsche oder kleines Zubehör können dagegen Standardmaße haben, ohne an Funktion zu verlieren.

Ein gutes Ankleidezimmer muss sich auch verändern können. Wir wechseln Kleidung, Gewohnheiten und Lebensphasen, und das Innere sollte mitgehen. Deshalb ist es klug, verstellbare Regale und Stangen einzuplanen oder eine Aufteilung, die sich ändern lässt, ohne das ganze Möbel neu zu bauen - der Bereich, in dem heute Hemden hängen, kann in ein paar Jahren eine andere Aufgabe haben.

Viertens: Licht wird geplant, bevor das Projekt abgeschlossen ist

Beleuchtung darf nicht erst am Ende kommen, wenn alles feststeht. Thomas empfiehlt Licht in Schichten: gedämpftes Ambientelicht für Atmosphäre, wenn keine maximale Sicht nötig ist, und ausreichend starkes, gleichmäßiges Grundlicht zum Anziehen und Unterscheiden der Kleidung. Dazu kann Licht in Regalen, Seitenwänden oder Stangen kommen, besonders bei tiefen Modulen. Elektrik, Profile und Lichtpunkte gehören von Anfang an in die Planung, damit später nichts angeklebt werden muss. Es geht nicht nur darum, wie viel Licht es gibt, sondern auch, wie es Farben wiedergibt: Ein Farbwiedergabeindex (CRI) über 90 liefert sehr naturgetreue Töne - genau das, was Thomas meint mit „dunkelblaue Kleidung nicht mit schwarzer verwechseln“. Gibt es einen Spiegel, sollte das Licht die Person gleichmäßig ausleuchten, nicht nur von der Decke.

Ankleidezimmer mit Regalen, Schubladen mit Glasfront und hängender Kleidung

Fünftens: Beschläge und Schubladen - die Details, für die man nach zehn Jahren dankbar ist

Eine gute Aufteilung verliert an Wert, wenn Schubladen, Führungen oder Scharniere zu versagen beginnen. Für Thomas sind Beschläge eine langfristige Investition: lieber eine schlichtere Linie von einem spezialisierten, zuverlässigen Hersteller als ein raffinierterer Mechanismus von schwächerer Qualität. Höhe und Tiefe jeder Schublade sollten sich nach dem Inhalt richten - Unterwäsche und kleines Zubehör liegen am besten in flachen Schubladen, ohne in Schichten gestapelt zu werden. Wer T-Shirts senkrecht faltet, bekommt bei einer Innenbreite von etwa 58 Zentimetern in vielen Fällen mehrere Reihen unter.

Selbst der Kleiderbügel gehört zum Design. Ein einheitlicher schmaler Bügel für alles spart optisch Platz, hält aber nicht jede Kleidung richtig in Form: Eine leichte Bluse und ein strukturiertes Sakko haben unterschiedliche Bedürfnisse. Thomas empfiehlt, Bügel nach Kategorien zu vereinheitlichen - ein Typ für Hemden und Blusen, ein anderer für Hosen, ein stabilerer für Sakkos, Anzüge und Mäntel. Für empfindliche Teile eignen sich rutschfeste Modelle. Gleiche Bügel in jeder Gruppe schaffen optische Ruhe, und das Ankleidezimmer wirkt aufgeräumter. Ordnung kauft man nicht mit mehr Möbeln - man plant sie, Zentimeter für Zentimeter.