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Canva entlässt 1.271 Menschen, 22 Prozent der Belegschaft: Die erste Wachstumsdelle seit zehn Jahren zahlen die Beschäftigten, die KI-Kosten steigen weiter

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Canva entlässt 1.271 Menschen, 22 Prozent der Belegschaft: Die erste Wachstumsdelle seit zehn Jahren zahlen die Beschäftigten, die KI-Kosten steigen weiter

Canva, die Designplattform, mit der Hunderte Millionen Menschen Plakate, Präsentationen und Posts erstellen, entlässt 1.271 Menschen, also 22 Prozent der Belegschaft. Den Grund nannte das Unternehmen selbst: Das Wachstum hat sich zum ersten Mal seit zehn Jahren verlangsamt.

Mitgründerin und Vorstandschefin Melanie Perkins schickte den Mitarbeitern einen Brief, der klingt wie alle Briefe dieser Art. „In den vergangenen dreizehn Jahren haben wir aus einem Traum in einer Investorenpräsentation eine Plattform gemacht, die Hunderte Millionen Menschen nutzen“, schreibt sie, um gleich hinzuzufügen, dass „Erfolg im ersten Kapitel keinen Erfolg im nächsten garantiert“ und dies „das bisher schwierigste Jahr“ sei.

Was ändert sich außer der Zahl der Köpfe? Die Teams für Produkt, Wachstum und Plattform werden zu einem zusammengelegt, damit es weniger Reibung in der Kommunikation gibt. Das Unternehmen verabschiedet sich auch von enger Spezialisierung. Auf Deutsch: Wer bleibt, bekommt mehr Aufgaben. Homeoffice wird gekürzt, es gilt ein hybrides Modell mit mehreren Bürotagen pro Woche.

Der Hintergrund ist interessanter als der Brief. Canva entwickelt eigene KI-Modelle, um Kosten und Abhängigkeit von fremden Modellen zu senken. Doch die KI-Kosten sind so stark gestiegen, dass das Unternehmen seine Prognose für das Umsatzwachstum von 30 auf 20 Prozent senken musste. Frühe Investoren hatten den geschätzten Wert des Unternehmens schon Anfang des Jahres auf rund 35 Milliarden Dollar (etwa 31 Milliarden Euro) gesenkt.

Und die Konkurrenz kommt nicht nur von anderen Start-ups. ChatGPT und Gemini bauen heute aus einem einzigen Satz ein Plakat oder eine Präsentation. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Das Unternehmen, das jedem ein Werkzeug gab, um ohne Designer zu gestalten, sieht jetzt zu, wie Chatbots das ohne Canva erledigen. Wie viele andere Firmen, die mit dem Versprechen „einfach für alle“ groß wurden, sind als Nächste dran?