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Ein 203 Jahre alter Laden, in dem Fächer noch von Hand bemalt werden: „Wenn niemand weitermacht, verschwindet das Handwerk”

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Ein 203 Jahre alter Laden, in dem Fächer noch von Hand bemalt werden: „Wenn niemand weitermacht, verschwindet das Handwerk”

An der Puerta del Sol in Madrid, zwischen Souvenirläden und Imbissen, gibt es ein Geschäft, das seit 203 Jahren arbeitet. Drinnen bemalt noch immer jemand Fächer von Hand - buchstäblich mit der Hand, buchstäblich mit Farbe, buchstäblich einen nach dem anderen.

Die Casa de Diego eröffnete 1801 in der Calle del Carmen, seit 1858 steht sie an der heutigen Adresse. Der Boden ist original, bis auf den Teil, der erneuert wurde, nachdem im Bürgerkrieg eine Bombe darauf fiel. Das ist eine Art, die Geschichte eines kleinen Betriebs zu messen: nicht an Logos und Redesigns, sondern daran, was er überstanden hat.

Geführt wird sie heute von den Brüdern Arturo und Javier Llerandi, sechste Generation. „Das ist etwas Sentimentales. Hier fühle ich mich wie zu Hause, weil ich es von meinem Vater gelernt habe, von meinem Großvater”, sagt Arturo. Dann folgt ein Satz, der mehr sagt als jede Marketingstrategie: „Es ist eine Ehre, gemeinsam mit meinem Bruder die sechste Generation zu sein - und die siebte ist schon da und hilft mit.”

Im Atelier lagern Fächer von etwa 1850, die europäischen Namen gehörten. Die bekannteste Geschichte ist das Hochzeitsgeschenk für Diana Spencer 1981 - ein Fächer in Holzton, nur für sie gefertigt. „Der Fächer, den wir für Lady Di entworfen haben, war ein Einzelstück”, sagt Arturo. Königin Letizia wiederum trug bei ihrer Hochzeit mit Felipe 2004 einen Fächer aus diesem Haus.

Die neue Kollektion ist kein Fächer, sondern eine Tasche - handbemaltes Leder und Textil, mit kleinem Portemonnaie im Set, und das erste Modell heißt Carmen, nach Arturos Großmutter und Mutter. Ein alter Trick, der selten misslingt: Ist dein Handwerk zwei Jahrhunderte alt, musst du keinen neuen Namen erfinden - du nimmst einfach einen aus der eigenen Familie.

Das Stärkste im ganzen Gespräch ist nicht die königliche Liste. Es ist dies: „Wenn niemand weitermacht, verschwindet das Handwerk... Das ist eine Berufung. Wenn du glücklich bist, während du Dinge machst, dann bist du wirklich Millionär.”

Diesen Satz sollte man in einer Region zweimal lesen, in der Handwerksläden leise einer nach dem anderen schließen und an ihre Stelle ein Café oder eine Wechselstube tritt. Niemand gibt eine Meldung heraus, wenn ein Handwerk stirbt. Eines Tages merkst du einfach, dass es niemanden mehr gibt, zu dem du etwas zur Reparatur bringen kannst.

Arturo hat noch einen Ehrgeiz - einen Fächer in die Hände von Prinzessin Leonor zu legen. „Es wäre uns immer eine Ehre, und für alles, was sie von uns braucht.” Ein Laden, der zwei Jahrhunderte lang an Königinnen verkauft und noch immer auf eine Einladung wartet. Diese Bescheidenheit kauft man nicht mit Geld.