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Ein Jahr nach Coldplaygate: die Frau von der Kuss-Kamera ist noch immer ohne Arbeit

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Ein Jahr nach Coldplaygate: die Frau von der Kuss-Kamera ist noch immer ohne Arbeit

Vor genau einem Jahr veränderte ein wenige Sekunden langer Clip das Leben von Kristin Cabot - und sie zahlt noch immer den Preis. Bei einem Coldplay-Konzert in Massachusetts am 16. Juli 2025 erwischte die Kuss-Kamera sie zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer des Technologieunternehmens, in dem sie als Personalchefin arbeitete. Die Reaktion der beiden - Überraschung, Unbehagen, schnelles Verstecken - genügte, damit das Internet den Rest schrieb.

Ein Satz von Frontmann Chris Martin - „entweder haben sie eine Affäre oder sie sind sehr schüchtern" - besiegelte den Moment. Der Clip sammelte über 130 Millionen Aufrufe, und das Wort „Coldplaygate" wurde überall bekannt. In wenigen Sekunden wurde eine Frau mit langer und ernsthafter Karriere zum Gegenstand globalen Spotts.

Zwölf Monate später ist die Lage noch immer schwierig. Cabot, 53 und Mutter zweier Kinder, sagt, sie finde weiterhin keine feste Arbeit. Sie nahm an mehreren Verfahren für hohe Positionen teil, doch das mediale Stigma bleibt ein Hindernis, das weder Erfahrung noch Lebenslauf tilgen können. In der Zwischenzeit lebt sie von Ersparnissen - Geld, das für die Ausbildung der Kinder und für die Rente gedacht war.

Cabots Geschichte sagt etwas Unangenehmes über die Zeit, in der wir leben: wie schnell ein öffentlicher Clip eine über Jahrzehnte aufgebaute Karriere erschüttern kann und wie lange die Strafe für etwas dauert, das ein paar Sekunden währte. Neben dem beruflichen Schlag kamen die Online-Beleidigungen, die Nachrichten, die Belästigung - also musste sie sich noch weiter aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

Anstatt unterzugehen, versucht Cabot, den Schmerz in etwas Nützliches zu verwandeln - sie hat sich Organisationen angenähert, die gegen digitale Belästigung und die Folgen massenhafter Exposition im Netz kämpfen. Der Lärm ist verstummt, gibt sie zu, doch die Narben sind geblieben; noch immer ergreift sie Unbehagen, wenn jemand sie erkennt. Die Frage, die ihr Fall hinterlässt, ist einfach und unbequem: Wie viele von uns würden, gerieten wir in der falschen Sekunde auf eine Großleinwand, ein Jahr solcher Aufmerksamkeit aushalten?