Skip to content

Portugal bekommt eine neue Gräfin: eine Hochzeit mit einem Namen, der von den Habsburgern bis heute Spuren zieht

1 Min. Lesezeit
Teilen
Portugal bekommt eine neue Gräfin: eine Hochzeit mit einem Namen, der von den Habsburgern bis heute Spuren zieht

Das portugiesische Königshaus bekommt ein neues Mitglied, und sie kommt mit einem Namen, der sich durch halb Europa zieht. Infant Dinis, Herzog von Porto (geboren 1999 in Lissabon) verlobte sich mit Gräfin Ana Schaffgotsch, geboren 2002 in Wien. Die Verlobung wurde am 29. Juni bekannt gegeben, und der Ring - mit einem markanten blauen Saphir - erinnert unweigerlich an den von Prinzessin Diana.

Ana ist nicht nur ein Titel auf dem Papier. Sie hat Abschlüsse in Wirtschaft und Sozialwissenschaften aus Wien, eine Zusatzausbildung in Immobilienverwaltung und Gesundheitswesen, und studiert derzeit vergleichende Erziehungswissenschaft in London, während sie sich bei einer portugiesischen NGO engagiert. Sie spricht Deutsch, Englisch und Italienisch. Mit anderen Worten - eine gebildete Frau, die selbst eine Biografie aufbaut, statt nur zu warten, dass die Verwandten sie ihr schreiben.

Und ihre Verwandten sind ein ganzes Geschichtsbuch. Die Dynastie Schaffgotsch diente jahrhundertelang den Habsburgern und der preußischen Herrschaft in Schlesien und sammelte Wälder, Paläste und Bäder. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Schlesien an Polen fiel, verlor die Familie einen Großteil ihres Besitzes - ihnen blieb das Schloss Niederleis in Niederösterreich, während der sowjetischen Besatzung geplündert und nach 1955 wieder aufgebaut. Eine vertraute Balkan-Geschichte in österreichischer Ausgabe: Macht, die Kriege brechen, und Familien, die sie hartnäckig Stück für Stück zurückholen.

Das Hochzeitsdatum ist noch nicht bekannt - es wird verkündet, "wenn die Zeit gekommen ist." Das portugiesische Königshaus hat seit 1910 keinen Thron mehr, aber es hat etwas, das keine Revolution abschaffte - die Fähigkeit, weiter Hochzeiten zu feiern, als wäre die Zeit stehengeblieben. Die Frage ist, ob solche dynastischen Verbindungen noch etwas bedeuten oder nur schön verpackte Erinnerungen an ein Europa sind, das seine Könige an der Macht längst verloren hat.