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23.04.2026
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12.04.2026
Ashwagandha - eine Pflanze aus der ayurvedischen Medizin, von der bis vor Kurzem wenige gehört hatten - gehört heute zu den meistverkauften Anti-Stress-Präparaten der Welt. Doch zwischen dem, was die Wissenschaft bestätigt hat, und dem, was das Marketing verspricht, klafft eine große Lücke. Der Kardiologe Aurelio Rojas sagt, die Pflanze habe tatsächlich eine Wirkung - fügt aber einen Satz hinzu, den die Branche nicht laut hören will: „Natürlich heißt nicht automatisch sicher für jeden."
Laut Rojas können bestimmte standardisierte Ashwagandha-Extrakte Stress, Angst und geistige Erschöpfung mindern, Schlaf und körperliche Leistung verbessern und sogar einige Stoffwechselwerte. Die meistzitierte Zahl ist, dass es das Cortisol - das Stresshormon - um etwa 30 Prozent senken kann. Es gibt auch Angaben zu besserem Gedächtnis, besserer Konzentration, Insulinempfindlichkeit und sogar zur männlichen Fruchtbarkeit und zu Wechseljahresbeschwerden.
Es klingt fast zu gut - und genau hier beginnt der zweite, leisere Teil der Geschichte. Rojas und die Apothekerin Mar Santamaria warnen, dass Ashwagandha NICHT für jeden ist. Meiden sollten es Schwangere und Stillende, Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen, Personen mit Schilddrüsenüberfunktion oder Autoimmunerkrankungen sowie alle, die Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Schilddrüsenmedikamente oder Immunsuppressiva einnehmen.
Mit anderen Worten: Das ist kein Tee, den man trinkt, weil ihn ein Influencer gelobt hat. Ashwagandha hat als Adaptogen eine solide wissenschaftliche Grundlage, erfordert aber ärztliche Aufsicht - besonders, wenn man bereits Medikamente nimmt oder eine chronische Erkrankung hat. Die gesündeste Gewohnheit ist hier nicht, eine Flasche zu kaufen, sondern zuvor eine Frage zu stellen: Brauchst du es überhaupt, und was nimmst du sonst schon ein? Die Antwort darauf steht nicht auf dem Etikett.
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