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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Es gibt eine griechische Insel, die viele nicht auf der Landkarte finden könnten - und genau das ist ihre Schönheit. Kimolos, ein kleines Inselchen in den Kykladen im südwestlichen Ägäischen Meer, blieb bis vor Kurzem unter dem Radar des Massentourismus. Sie misst nur etwa 36 Quadratkilometer und hat tausend ständige Einwohner, trägt aber alles, was jene suchen, die vor den überfüllten Stränden von Mykonos und Santorin fliehen.
Dorthin zu gelangen erfordert Geduld - und das ist Teil des Filters. Von Athen reist man mit zwei Fähren: zuerst zum benachbarten Milos, dann weitere zwanzig Minuten bis zum Hafen Psathi. In der Saison gibt es auch direkte Linien von Piräus, aber seltener und länger. Der beschwerliche Zugang ist der Grund, warum die Insel noch nach Fisch und Thymian riecht statt nach Tourismusindustrie.
Die Landschaft ist vulkanisch - dürre Hügel, die zu klaren Gewässern abfallen, weiß getünchte Häuser mit engen, von Bougainvillea überwucherten Gassen. Das Hauptdorf Chorio gilt als eines der am besten erhaltenen traditionellen Dörfer der Kykladen, mit einer mittelalterlichen Burg, die einst die Bewohner vor Piraten schützte. Der Name selbst stammt von „kimolia" - dem griechischen Wort für Kreide, einem Mineral, das hier einst abgebaut wurde.
Die Strände sind eine Geschichte für sich. Prasa hat weißen, mineralreichen Sand und Wasser von intensivem Blau; Bonatsa ist flach und familienfreundlich; Aliki bietet feinen Sand und Schatten von den Bäumen. Viele von ihnen sind nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem kleinen Boot erreichbar - so bleiben sie selbst im Juli leer. Von der Insel gibt es auch Ausflüge zum unbewohnten Polyaigos, der größten unbewohnten Insel des Mittelmeers, bekannt für ihre surreal blauen Gewässer und die Mittelmeer-Mönchsrobben.
Und wenn die Sonne untergeht, isst man, wie es sich gehört - in Familientavernen in Chorio und am Hafen, mit frischem Fisch vom Grill, getrocknetem Oktopus, hausgemachten Käsesorten und Eingelegtem, einem mit Olivenöl beträufelten Tomatenfladen, den die Griechen den Vorläufer der Pizza nennen. Ein Sommerkino unter freiem Himmel, kostenlose Vorführungen unter den Sternen. Kimolos verlangt nicht, dass man es versteht - es verlangt nur, dass man es so lässt, wie es ist.
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