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Gandia - die valencianische Stadt mit dem Borgia-Palast, dem Geburtsort eines Heiligen und Fideua aus dem Jahr 1920

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Gandia - die valencianische Stadt mit dem Borgia-Palast, dem Geburtsort eines Heiligen und Fideua aus dem Jahr 1920

Wenn ein Sommer wie dieser kommt und Valencia „Strand" sagt, denken die meisten an Benidorm oder Calpe. Doch siebzig Kilometer südlich der Stadt Valencia, in der niedrigen Vorbergebene zwischen der Sierra de Mondúver und dem Mittelmeer, liegt Gandia - eine Stadt, deren Sommer seit den 1960ern leise weiterläuft. 80.000 Einwohner im Winter, 180.000 im Sommer. Ein stetiger Rhythmus, ohne Überlastung - eine Marke, die Benidorm längst verloren hat.

Doch Gandia ist mehr als Strand. Hier wurde 1510 Francisco de Borgia geboren, einst Herzog und später katholischer Heiliger, Mitglied der heutigen Familienlinie der berühmten Borgia-Dynastie aus Italien. Das Herzogtum hinterliess diese Anwesen - und heute ist der Herzogspalast, im 14. und 15. Jahrhundert errichtet, das Herz der Altstadt. Der Waffensaal, der Kronensaal und die barocke Goldene Galerie sind für Besucher geöffnet.

Für Kunstinteressierte - das Museum Santa Clara bewahrt die „Madonna mit der Milch" und Werke von Jusepe de Ribera. Die Kollegiatskirche Santa Maria und das Kloster Santa Clara ergänzen die architektonische Route. Das Archäologische Museum und das Faller-Museum - kleiner, aber authentisch, mit geringem touristischem Aufschlag.

Und die Küche? Hier wurde 1920 die Fideua erfunden - eine Paella-Variante mit Fideos (dünnen Nudeln) statt Reis. Seither: Casa José und Vins i mes sind die zwei Restaurants, die Einheimische empfehlen. Erwartet kein Degustationsmenü mit grossen Ambitionen - erwartet Meeresfrüchte vom selben Tag, Olivenöl aus den Vorbergen und einen Kellner, der ehrlich sagt, ob das Tagesmenü gut ist.

Die beste Zeit? Anfang Oktober - dann ist Fira i Festes de Gandia, mit „Tio de la Porra" - einer Figur, die Perkussionsgruppen durch die Strassen führt, in einer Tradition, die bis 1310 zurückreicht. Sieben Jahrhunderte später bedeutet das für die ganzjährig hier lebenden Menschen immer noch etwas. Nicht für die Touristen - für sie selbst.

Gandia ist keine Stadt für Instagrammer, die ein „undiscovered gem" für den nächsten Post suchen. Es ist eine Stadt für jene, die eine Woche an einem Ort verbringen wollen, an dem die Einheimischen leben, als wären sie nicht im Urlaub. Die stille Zufriedenheit ist spürbar.