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Die Sahara, die auf den Atlantik trifft: eine Landschaft, die jedes Jahr anders aussieht, weil der Wind sie verschiebt

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Die Sahara, die auf den Atlantik trifft: eine Landschaft, die jedes Jahr anders aussieht, weil der Wind sie verschiebt

Wer „Sanddünen” hört, denkt an die Sahara. Wer „Atlantik” hört, denkt an kaltes Wasser und Wind. Im Süden Gran Canarias treffen beide an einem Ort zusammen, und das Ergebnis ist eine Landschaft, die wie ein Fehler in der Geografie wirkt.

Maspalomas ist ein fast drei Kilometer langer Strand, doch der Strand ist nur der Rand der Geschichte. Dahinter erstreckt sich ein besonderes Naturreservat von rund 400 Hektar - ein riesiges Dünenmeer, das die Passatwinde ständig verschieben. Das heißt: Die Landschaft, die du morgen siehst, ist nicht die von letztem Jahr. Wenig im Tourismus ist auf diese Weise buchstäblich lebendig.

Das Reservat vereint vier verschiedene Ökosysteme auf sehr kleinem Raum: Wanderdünen, Strand, Lagune und Palmenhain. Zugvögel rasten hier auf dem Weg zwischen Europa und Afrika, und die Gran-Canaria-Rieseneidechse lebt hier, eine Art, die es sonst nirgends gibt. Genau deshalb ist das Betreten auf markierte Wege beschränkt. Das ist keine Bürokratie - Sand und Vegetation sind hier so zerbrechlich, wie sie fest aussehen.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 24 Grad, was Baden zu jeder Jahreszeit bedeutet. Klingt nach Prospektangabe, hat aber eine Kehrseite: Im Sommer heizt sich der Sand mittags auf gefährliche Temperaturen auf. Früher Morgen und später Nachmittag sind keine Empfehlung für schönere Fotos, sondern für die Füße.

An einem Ende steht der Leuchtturm von 1890, einst Navigationspunkt für Schiffe zwischen Europa, Afrika und Amerika. Heute beginnt dort die Uferpromenade. Das ist der Moment, in dem man begreift, dass dieser Ort längst keine Entdeckung mehr ist - die Menschen kamen hierher, als es noch kein einziges Hotel gab.

Die Infrastruktur ist alles, was man erwartet: Duschen, Toiletten, Liegen- und Schirmverleih, Rettungsschwimmer, Restaurants, Sportplätze, mehrere Fußgängerzugänge von der Promenade. In der Nähe liegen Roque Nublo, das Fischerdorf Puerto de Mogan und der Palmitos Park. Mit anderen Worten: Die wilde Landschaft hat einen vollständig gezähmten Rahmen um sich - was gut und ein wenig traurig zugleich ist, je nachdem, was man sucht.

Trotzdem lohnt es, den Unterschied zu kennen. Die Dünen sind keine Attraktion, die jemand gebaut und für Besucher geöffnet hat. Sie existierten vor dem Tourismus und werden nach ihm existieren, wenn man sie lässt. Das Einzige, was vom Besucher verlangt wird, ist, auf dem Weg zu bleiben - ein Preis, den kaum jemand hoch nennen würde.