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Die Gendarmerie, die monatelang Ćacilend bewachte, zog sich unter Steinwürfen aus Belgrad zurück

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Die Gendarmerie, die monatelang Ćacilend bewachte, zog sich unter Steinwürfen aus Belgrad zurück

Wenige Stunden nachdem Vučić seine Niederlage eingeräumt hatte, verließ die Gendarmerie das Zentrum Belgrads. Nicht in Formation, nicht mit Würde, sondern unter Pfiffen, Geschrei und Schlägen auf die Fahrzeuge. Die Einheiten, die fast zwei Jahre lang Straßen vor Demonstranten und einen Park vor Bürgern geschützt hatten, suchten in dieser Nacht einen Weg aus ihrer eigenen Stadt.

Die Busse und Fahrzeuge der Gendarmerie fuhren vor dem Alten Hof beim Pionirski-Park los. Ein Teil der Bürger versuchte, mit den Polizisten zu reden, andere schlugen auf den ersten Bus ein. Die Lage eskalierte: Steine flogen, an mindestens einem Fahrzeug gingen die Scheiben zu Bruch. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie jemand mit einem langen Stock auf ein Gendarmerie-Fahrzeug einschlägt, die Polizisten sich mit Schilden schützen und im Hintergrund Pyrotechnik knallt. Wegen der Menschenmenge kam die Kolonne nur mühsam in Richtung des Gebäudes „Albanija“ voran.

Die Polizei reagierte Berichten zufolge nicht auf die Angriffe. Einige Anwesende versuchten, die Menge zu beruhigen. Dieses Detail sollte man sich merken: Die Steine warfen Einzelne, und andere Bürger forderten ebenso laut Ruhe.

Ćacilend, der Park, den Bürger nicht betreten durften

Um die Wut zu verstehen, muss man wissen, was Ćacilend ist. Es ist ein Zeltlager von Vučić-Anhängern im Pionirski-Park, das rund 18 Monate unter ihrer Kontrolle und unter Polizeischutz stand. Normale Bürger konnten es nicht frei betreten. In diesen zwei Jahren der Proteste setzte die Polizei Schlagstöcke und Tränengas ein, nahm Menschen fest und räumte Straßenblockaden. Das Innenministerium antwortete stets, die Polizei sorge nur für die öffentliche Ordnung, und bestritt rechtswidriges Vorgehen.

Am Wahltag fuhren Busse und gepanzerte Fahrzeuge der Gendarmerie im Zentrum Belgrads auf, auch Einheiten zur Auflösung von Protesten. Die meisten Polizisten standen rund um den Park, das Präsidialamt und die Republikanische Wahlkommission. Die Studenten riefen die Bürger auf, diese Orte zu meiden und ruhig zu bleiben.

Dann räumte Vučić die Niederlage ein, und die Männer in Schwarz, die sich in Ćacilend versammelt hatten, begannen den Park zu verlassen. Bald zog sich auch die Gendarmerie zurück. Die Bürger gingen hinein, trugen Sachen aus den Zelten und rissen die Schilder der Serbischen Fortschrittspartei ab. Kurz darauf brannte der Park, zwischen den Zelten gingen auch zwei Autos in Flammen auf.

Tausende feierten in Belgrad, Novi Sad, Niš und anderen Städten. An mehreren Orten schlug die Feier in Angriffe auf Polizeifahrzeuge um. Die neue Regierung ist noch nicht gebildet und erbt schon die schwerste Frage: Was für eine Polizei wird Serbien nach der Nacht haben, in der die Gendarmerie vor den eigenen Bürgern floh - und wer steht für die Schlagstöcke und das Tränengas der vergangenen zwei Jahre ein?